Die Wahlkampf-Doku von 2004 ist als Torrent verfügbar
Moore pfeift auf Ländergrenzen: "Slacker Uprising" bei Pirate Bay
Jens Fliege
Michael Moore gilt in den USA als Liberaler, ein Ausdruck, der in den Ohren vieler US-Amerikaner eher negativ, fast schon anarchistisch klingt. Der Regisseur greift an, nörgelt, provoziert und jetzt kann er sich nicht einmal korrekt von der illegalen Ausbreitung seines Films "Slacker Uprising" distanzieren.
Anfang September hatte Moore den Download der Dokumentation aus dem US-Wahlkampf 2004 pünktlich als Gratis-Download zur heißen Wahlkampfphase in 2008 freigeben. Der entscheidende Haken: Nur Einwohner der USA und Kanada durften den Download von der Webseite tätigen. Alle Interessenten außerhalb Nordamerikas durften sich zwar für den Download-Link anmelden, bekamen aber anschließend nur eine "Sorry-Seite" präsentiert, auf der es heißt: "Leider sagen die Juristen uns, dass wir nur das Recht haben, den Film für Menschen mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten oder Kanada anzubieten."

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Leider kein Download: IP-Adressen außerhalb der USA und Kanada werden ausgesperrt.
(Klick vergrößert.)
Es kam, wie es kommen musste. Bereits Ende September 2008 tauchte der erste Filesharing-Torrent von Moores kritischer Auseinandersetzung mit dem US-Wahlkampf 2004 bei weltweit größten BitTorrent-Netzwerk "Pirate Bay" auf. Das pikante Detail: Der Tracker wurde vom Moores Team initiiert und dies gab man auch noch bereitwillig zu. Man wolle Server-Kapazitäten sparen, hieß es lapidar.
Da sich ein Torrent-Tracker herzlich wenig um IP-Sperren kümmert, wurde Michael Moore von Torrentfreak.com zu diesem offensichtlichen Affront gegenüber den Rechteverwertern von "Slacker Uprising" befragt. Moores Kommentar: "Wir leben im 21. Jahrhundert. Was gelten da "geografische Rechte"? Ich habe es hundert Mal gesagt: Wenn ich ein Buch kaufe und durchgelesen habe, gebe ich das Buch weiter. Damit habe ich keine Gesetze gebrochen. Warum soll das nicht auch für digitale Medien gelten?"
Ob die Verbreitung des Torrents noch Konsequenzen für Moore haben wird, ist zurzeit noch unklar. Da "Slacker Uprising" aber von keiner der großen Film-Produktionsfirmen gesponsert wurde, ist die Chance für ein juristisches Nachspiel äußerst gering.
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