Wie die GPU der CPU langsam den Rang abläuft
Nvision08: "Lasst uns über Grafik sprechen"
Michael Knott
Dass sich die kommenden drei Tage der Nvision08 nicht nur um pixelbeschleunigende, emotionslose Silizium-Plättchen drehen werden, ist binnen weniger Sekunden klar. Jen-Hsun Huang wird mit lautstarker Unterstützung des Publikums im Convention Center empfangen. Trotz des omnipräsenten Anstrichs in Nvidias Firmenfarben - Steve Jobs wäre nicht grün vor Neid geworden, hätte aber mit Sicherheit anerkennend genickt.
Nicht umsonst soll die Apple-Ikone erst kürzlich bei einem Interview auf die Frage nach den seiner Meinung nach wichtigsten technologischen Erfindungen der letzten Zeit mit nur drei Buchstaben geantwortet haben: GPU.

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Kurz vor Beginn der Keynote. In wenigen Minuten betritt Jen-Hsun Huang die Bühne.
Der Mann scheint recht zu haben, denn nicht nur Apples Kassenschlager, das iPhone, profitiert von der rasanten Entwicklung, den die Grafikchip-Industrie mit der "Graphics Processing Unit" vollzogen hat. Deutlich zu machen, wie sehr sich "Visual Computing" durch unseren Alltag zieht, war Ziel der Keynote. Es wurde deutlich. Mehr noch - die gute Nachricht für alle Computerspieler, Designer, Entwickler, Autobauer und Technikbegeisterte lautet: Wir sind nur noch wenige Schritte entfernt, bis ein Traum in Erfüllung geht. Bald werden wir nur noch mit Hilfe der Umgebung entscheiden können, ob etwas echt oder virtuell ist.
Das hier ist echt - und doch "nur" virtuell
Es erscheint ein Foto eines imposanten Lamborghini-Sportwagens auf der Leinwand. Peter Stevenson von der Firma Realtime Technologies betritt die Bühne und berichtet von den enormen Kosten im Automobilbau und über die Vorteile des Rapid Prototypings (schneller Prototypenbau), als das Foto plötzlich zum Leben erwacht.
Es folgt ein virtueller Kameraflug über ein virtuelles Auto in einer virtuellen Garage. Absolut realistische Reflektionen lassen allerdings kaum einen Unterschied zu einem echten Besuch beim Nobel-Autobauer erkennen. Die staunenden Zuschauer begreifen erst nach und nach - das ist kein Playstation-Spiel, das ist echt; und doch nur virtuell.
Zu klein, zu dick, zu dünn, zu groß - bau dein virtuelles Ich
Was bei Autos möglich ist, sollte doch auch mit Menschen machbar sein. Wer hat nicht schon von einem täuschend echten, virtuellen Zweit-Ich geträumt? Einen riesigen Schritt in diese Richtung geht halb Asien derzeit. Taehoon Kim, Mitgründer von Nurien Software, löst Stevenson auf der Bühne ab und stellt ein neues Massiv Multiplayer Online Game (MMO) vor, das asiatische Teenager kreischen lässt wie deutsche Minderjährige bei einem Auftritt von Tokio Hotel .

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Scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten - in wenigen Sekunden wird das virtuelle Ich zusammengeklickt.
Durchaus nachvollziehbar, denn für die Präsentation legt plötzlich ein virtuelles Abbild von Nvidia-Vorstandsmitglied Jen-Hsun Huang einen gekonnten Breakdance auf das Parkett. Kurze Zeit später wandelt sich der Avatar komplett. Eine neue Frisur, eine andere Gesichtsform, blinkende Accessoires, sogar der Abstand der Augen - alles ist nur wenige Klicks entfernt. Das sieht zwar nicht fotorealistisch, dafür aber äußerst ansprechend aus.
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