Nikolas Gramlich über die Software-Umgebung "Android"
Interview: Was steckt hinter Googles Android?
Jens Fliege
netzwelt: Herr Gramlich, haben Sie als Entwickler einen Überblick über die Zahl der Applikationen, die es jetzt schon für Android gibt?
Gramlich: Zur ersten Android Developer Challenge (ADC) im April 2008 wurden knapp 1.800 Applikationen eingesendet. Das entspricht in etwa der Anzahl von Programmen, die sich zurzeit in Apples Appstore für das iPhone befinden.
netzwelt: In was für einer Sprache beziehungsweise Umgebung werden Applikationen für Android entwickelt?
Gramlich: Die Syntax, in der man für Android programmiert, ist Java. Aber nach automatischen Konvertier-Vorgängen ist der, nun DALVIK genannte, Bytecode nicht mehr zu normalen Java-VMs kompatibel. Als Entwicklungsumgebung kommt Eclipse mit einem offiziellen Plugin zum Einsatz, das seit dem neusten SDK mit der Versionsnummer 0.9 auch eine Vorversion eines grafischen GUI-Editor beinhaltet.
netzwelt: Was entwickeln Sie zurzeit für Android?
Gramlich: Momentan entwickle ich "AndNav" eine Navigationssoftware für Android, basierend auf GoogleMaps. Leider geht die Software nicht mit den "GoogleMaps-API Terms of Service" konform, die solche Navigationssysteme verbietet. Verhandlungen mit Navteq sind aber in Planung.

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Nicolas Gramlich, freier Android-Entwickler
(Klick vergrößert.)
Dazu kommen noch zwei kleine Spiele "AndPipes" und "AndSudoku", die zum Start der ersten Android-Handys, also wahrscheinlich Oktober, zum Download bereit stehen werden.
netzwelt: Wie testen Sie Ihre Applikationen? Haben Sie bereits ein Android-Handy?
Gramlich: Zusammen mit dem Android SDK liefert Google einen leistungsstarken Emulator aus, auf dem sogar ein GPS-Empfänger und eine Kamera simuliert wird. Ein echtes Gerät kann der Emulator momentan zwar nicht ersetzen, aber für eine Entwicklung vor finalen Beta-Tests reicht er aus. Darüber hinaus gibt es inoffizielle Development-Boards und gehackte Handys, die aber leider mehr schlecht als recht funktionieren.
netzwelt: Ist dieser Emulator ein Stück Software, die sich jeder installieren kann, wenn er sich vorab mit der Funktionsweise von Android vertraut machen will?

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Android-Emulator mit Gramlichs Programmen
(Klick vergrößert.)
Gramlich: Ja, dazu wird nicht einmal Eclipse benötigt. Es muss nur eine Zip-Datei aus dem Netz geladen werden (siehe "Links zum Thema" weiter unten). Diese wird an einen beliebigen Ort entpackt und schon kann man im Unterordner /tools/ durch das Ausführen der "emulator.exe" den aktuellen Android-Emulator starten und beliebige Applikationen (wie Google Maps oder StreetView) ausprobieren. Verfügbar sind zwei Auflösungen (Skins): HVGA und QVGA, jeweils in Porträt und Landschafts-Orientierung.
netzwelt: Wenn Sie schätzen müssten: Wie viele Entwickler beteiligen sich extern an der Entwicklung von Android-Programmen?
Gramlich: Das lässt sich nicht so leicht beantworten. 9.597 Mitglieder sind in der Android-Developers-GoogleGroup. 3.000 Mitglieder zählt mein Android-Developer-Forum. Ich würde circa 5.000 bis maximal 20.000 aktive Entwickler schätzen.
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Oh man - schon wieder ein Programm von Google!
Irgendwie wird mir die "Datenkrake Google" immer mächtiger und hat einen
unersätttlichen Hunger auf alle Daten dieser Welt! :scan: :peitsche:
Ich würde Android auf KEINEN Fall verwenden!!!
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