Bundesamt für Sicherheit veröffentlicht eine sichere Surf-Umgebung
Dreifach gehärtet: Die Surf-CD des BSI
Sicherheit
Wie stark die CD reglementiert ist, bekommt der Nutzer auch beim Zugriff auf die Festplatten zu spüren. Im Normalfall bindet eine Live-CD die vorhandenen Partitionen einer Festplatte nach dem Start automatisch ein. Die "Surf-CD" schließt dieses komfortable Einbinden aus Sicherheitsgründen aus. Auch das linuxtypische Nachinstallieren von Programmen aus dem Netz ist nicht möglich. Spätestens jetzt merkt man als Anwender: Sicherheit kann ganz schön weh tun. Im Prinzip lässt nur eine relevante Applikation Updates zu: der Browser. Sie können ohne Probleme vorhandene Addons in Iceweasel aktualisieren und weitere hinzufügen.
Trotz Einschränkungen multimediafähig
Damit die Surf-Pille nicht ganz zu bitter wird, befinden sich Flash und Windows Media immerhin an Bord, auch wenn es zunächst nicht danach aussieht. Wenn Sie auf eine Seite gelangen, die Flash benötigt, signalisiert diese zwar, dass das Surf-Plugin nicht installiert sei. Dies ist aber nicht korrekt. Sie müssen aber beim Addon "NoScript" das Ausführen von Flash für die Seite gestatten und das nicht nur für die konkrete Seite, sondern für jede weitere Domain, die Sie ansurfen. Sicherheit ist eben ein anstrengendes Geschäft.
Surf-CD vom BSI
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An wen richtet sich die "Surf-CD"? Matthias Gärtner, Pressesprecher beim BSI, beschreibt die Zielgruppe gegenüber netzwelt so: "Surf-CD ist eine dedizierte Konzeptstudie und richtet sich weniger an den 'normalen' Surfer. Wir haben festgestellt, dass auch erfahrene Anwender nicht immer mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ins Netz gehen. Hier kommt unsere CD ins Spiel." Auf die Frage, warum Iceweasel kein Anonymisierungstool wie Tor spendiert wurde, entgegnet der BSI-Sprecher: "Anonymität im Netz ist eigentlich kein Aspket des Themas 'Sicherheit'. Unsere CD soll vor Viren, Trojanern und Phishing-Attacken schützen."
Langfristig setzt das BSI auf die Mitarbeit des Netzes. Projektleiter Blasl sieht das BSI mit "Surf-CD" als Impulsgeber. Die Quellen und die Entwicklungsumgebung des Projekts wurden daher explizit online veröffentlicht. Man möchte, dass sich Entwickler die Software schnappen und weiterentwickeln. Wer weiß: Vielleicht kommt bald eine Community-Version, die eine Surf-Umgebung bietet, die weniger abgespeckt daher kommt und dem Nutzer den Komfort bietet, den er sich wünscht. Aber ob das dann nicht gleich wieder zu Lasten der Sicherheit geht?
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