Netzwerk-Speicher bieten Musik und Daten von überall aus dem Netz an
Hintergrund: NAS (Network Attached Storage)
Markus Henkel
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Ihrer Freundin im Wohnzimmer, das Notebook auf dem Schoß. Sie schauen sich zusammen die letzten Urlaubsbilder an und werden von der Freundin gefragt, aufgrund der Bilderflut, ob im Notebook eine große Festplatte sei? Sie lächeln, öffnen per WLAN das nächste Bild und antworten: "Nein, überhaupt nicht! Die Bilder liegen auf dem neuen Server im Arbeitszimmer." Daten zentral zu speichern, sie aus dem Internet heraus zugänglich zu machen: NAS eröffnet viele neue Möglichkeiten.
Was bis vor kurzem noch komplizierte Server-Strukturen übernahmen und meist nur in Unternehmen zum Einsatz kam, kann heutzutage leichter und damit nutzerfreundlich mit NAS-Fileservern (Network Attached Storage) erledigt werden. Was steckt dahinter und worin besteht der Nutzen für den Anwender zu Hause?
- Aufbau und Anschluss
- Bedienung und Arbeitsweise
- Unterschiedliche NAS-Systeme
- Wichtige Nachteile
Aufbau und Anschluss
Um den gesamten Leistungsumfang voll nutzen zu können, werden NAS-Fileserver über Ethernet an das LAN (Local Area Network) angeschlossen, von wo sie ihren Plattenplatz als Fileserver zur Verfügung stellen. Sie bestehen aus wenigen Dingen: einem Gehäuse mit oder ohne Lüfter, einem Massenspeicher und einem speziellen Betriebssystem. Der Kauf sollte auf jeden Fall vom Lüfter abhängig gemacht werden. Die bei externen Festplatten nicht benötigte Kühlung sollte bei einem NAS-Server nicht fehlen. Die Gefahr einer Überhitzung wäre einfach zu groß.
Durch die anspruchsvolle Funktion der einzelnen Geräte und durch den meist starken Prozessor ist eine Kühlung für die Festplatte lebensnotwendig. Das Gehäuse selbst ist recht klein und mit einem Nettop zu vergleichen. Am Gehäuse selbst sind ein Netzwerk- (RJ45) und USB-Anschluss mittlerweile Standard. Hochpreisige NAS-Modelle verfügen sogar schon über Video-, Scart- oder HDMI-Schnittstellen.
Von überall Musik hören
Der standardisierte LAN-Anschluss ermöglicht dem Anwender einen komfortablen, zentralen Daten-Zugriff und ist somit fester Bestandteil der NAS. Über ihn hat der Nutzer die Möglichkeit, Musik zu streamen und allgemeine Dateien und Ordner zu öffnen - von jedem Ort im lokalen Netzwerk. Sollte das NAS an einem WLAN-fähigen Router angeschlossen sein, kann auch über diese Schnittstelle auf Files zugegriffen werden. Alle Daten liegen somit auf dem Server und verstecken sich nicht mehr auf verschiedenen Rechnern im Haus.
NAS-Server: Ein kleiner Überblick über NAS von der "get-connected-tv-show
Ein weiterer Vorteil: Über einen VPN-Tunnel (Virtual Private Network) kann der Nutzer weltweit seine Musik in Echtzeit streamen. Hierzu muss sich das NAS allerdings über RTM (Real-Time Transport Protocol) ansteuern lassen. Dies wird aber erst von Geräten der oberen Preisklasse unterstützt.
Auch der USB-Anschluss ist Standard. Hier baut man noch immer auf die Anwender, die den Server als reine externe Festplatte nutzen möchten - oder falls LAN mal nicht funktionieren sollte. USB wird vom Betriebssystem, egal ob von Microsoft, Apple oder Linux, per Plug-and-Play automatisch erkannt. Und gerade dieses Plug-and-Play macht NAS auch für den nicht so erfahrenden Anwender interessant: anschließen - hochfahren - benutzen.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: NAS, Hardware, Netzwerk, Hintergrundwissen
-
Kurzfilm: Musik auf dem C64
Totgesagte leben länger -
D-Link: Neue Router-Chipsätze, weniger Strahlung
Grüne Welle für Router -
Kurzfilm: Weird Al Yankovic veräppelt Rapper
"White & Nerdy" - Parodie auf "Ridin" von Chamillionaire
Links zum Artikel
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Hintergrund: NAS (Network Attached Storage)
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben








