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10.08.2008
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Brotlose Kunst oder kometenhafter Aufstieg

Goldgrube Internet: Mit Musik Moneten machen

Music Markt

Der klassische Weg zum Rockstar

Trotz aller Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und Verbreitung der eigenen Songs, wie Homepages oder Profilen bei MySpace und laut.de, die das Internet bietet, ist das Musikgeschäft immer noch klassisch strukturiert. Das heißt eine Bewerbung mit einer fertig produzierten CD bei einem MP3-Shop hat keine Erfolgsaussicht. Der Weg führt immer noch über die Labels, die bisher keine "Upload-Funktionen" für neue Künstler anbieten. Aber mindestens ein digitales Online-Label, das diesen Weg gehen will, befindet sich derzeit nach netzwelt-Informationen im Aufbau.

Die Labels kümmern sich nicht nur um Abrechnungen, Vermarktung, Booking und Gema-Anmeldung, sondern schicken ihre CDs an so genannte digitale Distributoren weiter. Diese digitalisieren die Musik und CD-Cover und versehen die Dateien mit Metadaten. Sie leiten ihrerseits die Dateien dann an die Musikshops weiter, die sie in ihr Angebot aufnehmen oder nicht. Einige Shops picken sich nur die Rosinen heraus und bieten Nachwuchskünstlern nur in Ausnahmefällen eine Plattform.

Dabei ist der Musikvertrieb per MP3 im Internet für die Musikindustrie mit geringeren Kosten verbunden als die bundesweite Auslieferung einer CD in die Regale der Musikgeschäfte. Da sollte eigentlich die Bereitschaft größer sein, auch neuen Künstlern eine Chance zu geben.

Rockstar, Musiker, Gitarre

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Der Weg zum Rockstar ist weit, aber Übung schadet nicht.

Einnahmen garantiert das Listing in einem MP3-Shop noch lange nicht. Ohne Werbung oder entsprechende Bekanntheit kann es passieren, dass auch Künstler in den großen Shops wie iTunes oder Musicload in zwei Jahren keinen einzigen Titel verkaufen.

Gründer werden?

Angesichts von einmaligen Kosten von über 20.000 Euro und laufenden Ausgaben von mindestens 350 Euro im Monat ist ein eigener MP3-Shop für Nachwuchsmusiker keine Option. So eine Investition lohnt sich erst, wenn Musiker ihr eigenes Label gründen, so wie es Mitglieder von Tomte und Kettcar mit dem Grand Hotel van Cleef getan haben.

Nicht vergessen darf man, dass schon vor dem ersten Verkauf eines Songs jede Menge Ausgaben entstehen. Angefangen von Instrumenten und Probenraummiete bis hin zur Aufnahme von Songs in Studioqualität. Selbst Musiker mit Plattenverträgen verdienen mit den Gagen für Live-Konzerte im Regelfall mehr Geld als mit Alben- und Single-Verkäufen.

Fazit

Die zahlreichen Communities eignen sich für Musiker zwar zur Kontaktpflege und als Präsentationsfläche, doch Einnahmen sind mit den Profilen nicht direkt zu erzielen, sondern höchstens über die entstehenden Kontakte oder die gewachsene Bekanntheit.

Die Wahrscheinlichkeit, es den Arctic Monkeys oder Mina gleichzutun, ist gering. Schließlich gibt es Millionen von Künstlern, die im Internet auf ihre Chance warten. Hinzu kommt, dass es Zweifler gibt, die glauben, dass es sich bei den angepriesenen MySpace-Stars um eine PR-Aktion der Plattenfirmen gehandelt hat.

Um nicht nur brotlose Kunst zu produzieren, führt für Nachwuchskünstler kein Weg an den Plattenlabels vorbei. Ohne sie geht es zur Zeit noch nicht. Die Selbstvermarktung über Last.fm, We7 oder justaloud bringt eher nur einen Nebenverdienst ein, um den Probenraum etwas zu verschönern.

Autor/in: (jj)


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