Brotlose Kunst oder kometenhafter Aufstieg
Goldgrube Internet: Mit Musik Moneten machen
Jan Johannsen
Das Musikbusiness ist ein Haifischbecken. Aber Nachwuchskünstler haben auch abseits von Plattenverträgen Chancen, sich ein paar Euro dazu zu verdienen. Um weltweit als Rockstar gefeiert zu werden, führt aber noch immer kein Weg an einem Plattenvertrag mit einem Label vorbei.
Inhalt
- Nebenverdienst oder Karrierestart
- Der klassische Weg zum Rockstar
- Gründer werden?
- Fazit
Eins gleich vorweg: So einfach wie Autoren, Fotografen oder Videofilmer haben es Musiker nicht, wenn es darum geht, online Geld zu verdienen. Zu einem Aufstieg a la Arctic Monkeys oder Mina braucht es neben Können auch noch eine gehörige Portion Glück.
Nebenverdienst oder Karrierestart für Musiker
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Nebenverdienst oder Karrierestart
Last.fm
Das Internetradio bietet auch Künstlern ohne Plattenvertrag die Möglichkeit, Songs hochzuladen und ein Profil zu erstellen. Die Seite wirbt nicht nur mit einem großen Netzwerk an potentiellen Zuhörern, sondern hat auch ein Royalty Program aufgelegt. Über dieses werden alle Künstler entlohnt, wenn sich jemand ihre Musik anhört.
We7
Die von Peter Gabriel mit gegründete britische Webseite We7 erregte damit Aufmerksamkeit, dass man alle Songs des Angebots kostenlos herunterladen kann und die Künstler trotzdem entlohnt werden. Geld nimmt die Seite über kurze Werbespots ein, die an den Anfang der MP3-Dateien eingefügt sind.
Nachwuchskünstler ohne Plattenvertrag können ihre Musik hochladen. Die Mitglieder der We7-Community bewerten diese Songs als Tastemaker. Verfügt ein Song über eine bestimmte Anzahl positiver Bewertungen wird er in den Katalog von We7 aufgenommen und die Künstler an den Werbeeinnahmen beteiligt.
Justaloud
Justaloud bezeichnet sich als Independent Music Store und bietet neben dem MP3-Shop auch eine Community. Auf der Seite können sich Künstler kostenlos anmelden und ihre Songs in den Shop einstellen. Für die ersten fünf Downloads müssen die Käufer nichts zahlen, danach steigt der Preis an.
Je öfter ein Song heruntergeladen wird, desto teurer wird er. Nach 95 Downloads ist der Maximalpreis von 99 Cent erreicht. Die Künstler erhalten 85 Prozent des Gewinns, den ihre Songs erwirtschaftet haben. Da vom Umsatz noch die Kosten für Transaktionen, Hosting und gegebenfalls GEMA-Gebühren abgezogen werden, entsprechen die ausgezahlten 85 Prozent nicht 85 Prozent des Kaufpreises.
Jamendo
Auf Jamendo stellen Künstler ihre Musik unter einer "Creative Commons"-Lizenz zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dies geht in Deutschland aber nur mit Musik, die nicht über die GEMA verwertet wird. Geld bekommen die Künstler für die Downloads nicht, aber die Besucher der Seite werden zu Spenden aufgerufen, von denen Jamendo lediglich 50 Prozent an die Künstler weitergibt.
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