5 Tipps fürs perfekte Firmenimage
Der Montagmorgen aus Sicht der netzwelt
Software
Montagmorgen ist eine hässliche Angelegenheit. Vor allem, wenn es der Firma gerade nicht so gut geht. Endlose Krisenmeetings, beunruhigende Gerüchte und die Chefs sitzen mit irgendwelchen fremden Leuten hinter verschlossener Tür. Das Schlimmste sind die externen Berater. Die tun erst so bescheiden und schmeicheln sich ein - "Wir sind gekommen, um zuzuhören" - und später macht der Chef genau das Gegenteil, von dem, was Sie dem Berater gesagt hatten. Zwei Monate später erfahren Sie dann zufällig, wie der Consultant über Sie gelästert hat.
Wie man sich so was ersparen kann, hat Microsoft gerade vorgemacht. Das Unternehmen hat zurzeit einige Probleme zu bewältigen. So sitzt Windows Vista tief in der Image-Falle. Das Produkt ist zwar besser als sein Ruf, doch davon hat Microsoft nichts. Daneben wird die Firma in der Web-2.0-Ära nicht mehr als wirklich innovativ angesehen. Die Schlagzeilen werden von Google beherrscht. Doch Microsoft hat eine geschickte Imagekampagne gestartet. Davon kann man lernen.
5 Tipps für erfolgreiche Krisen-PR
1. Zeigen Sie, dass Ihre Produkte erfolgreich sind
Laut Microsoft-Manager Stephen Elop hat sich Office 2007 bisher 120 Millionen Mal verkauft, wie verschiedene Newsdienste berichten. Besonders beliebt ist die sehr preiswerte Home & Student Edition, die auf drei Rechnern installiert werden darf. Die gibt es in Onlineshops schon für unter 100 Euro. Microsoft glaubt, dass im Sommer 2009 etwa 90 Prozent aller Firmen mit Office 2007 arbeiten werden. Windows Vista liegt laut Microsoft ebenfalls voll im Plan und soll Anfang 2010 in den Handel kommen.
2. Führen Sie coole Ideen vor
Nach einem Bericht von ZDNet hat Microsoft eine neue Art Bedienoberfläche entwickelt. Das "Multi-Touch Spherical Display" ist offensichtlich eine Weiterentwicklung der Surface-Technik, die Steve Ballmer bereits auf der CeBIT vorgeführt hatte. Doch statt eines Displays in Tischform, auf dem der Anwender mit den Händen Objekte bewegen und Aktionen starten kann, präsentiert sich das "Spherical Display" als Kugel. Was man damit genau machen kann, wissen im Moment nur die Microsoft-Erfinder. Doch Mary-Jo Foley, eine Kennerin Microsofts, schreibt in einem Blog, dass Microsoft die Technik diese Woche auf dem Research Faculty Summit in Redmond demonstrieren wird.
3. Machen Sie dem Marktführer Konkurrenz
Gegen Googles Suchalgorithmus ist kein Kraut und vor allem keine andere Suchmaschine gewachsen. Microsoft versucht es trotzdem und stellt eine Alternative zu Googles Page-Rank-System vor. Es heißt Browser-Rank und listet die Seite nach ihrer tatsächlichen Nutzung auf. Die Technik analysiert dabei das Nutzerverhalten der Besucher einer Website. Dazu gehören beispielsweise Verweildauer oder die Zahl der Links, die Anwender auf der Site klicken. Microsoft erhofft sich davon aussagekräftigere Rankings bei Suchmaschinen-Anfragen als bei Google.
4. Zeigen Sie Gemeinsinn
Widerwillig hat Microsoft sich in den letzten Jahren immer mehr an die Open-Source-Gemeinde angenähert. Einen vergleichsweise großen Schritt hat die Software-Company jetzt auf der O'Reilly Open Source Convention getan. Auf der Veranstaltung in Portland, Oregon, an der über 2500 Experten und Entwickler teilgenommen haben, kündigte Microsoft an, die Apache Software Foundation als Sponsor zu unterstützen. Auf der Apache-Homepage wird die Windows-Company bereits als Platinum Sponsor willkommen geheißen. Auch Yahoo und Google sind Platinum-Sponsoren.
5. Verblüffen Sie mit einem Trick
Microsoft will das schlechte Image eines guten Betriebssystems wieder aufpolieren. Auch, um dem für 2010 angekündigten Windows 7 bessere Startchancen zu geben. Dazu hat das Unternehmen jetzt zu einem ebenso simplen wie wirkungsvollen Trick gegriffen. Das berichtet Cnet. Demnach hat Microsoft 120 Anwender, die eine schlechte Meinung von Windows Vista haben und nicht upgraden wollen, zu einer eigenen Veranstaltung eingeladen, um dort ein angeblich ganz neues Betriebssystem namens "Mojave" zu präsentieren. Fast alle Teilnehmer sagten danach, sie würden "Mojave" gerne benutzen, worauf die Microsoft-Vertreter enthüllten, dass das Windows Vista gewesen sei.

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Mojave: kein neues Betriebssystem, sondern Windows Vista. Ein alter Trick, aber immer noch wirksam.
Die Veranstaltung soll laut Microsoft am 29. Juli auf einer eigens dafür eingerichteten Mojave-Webseite präsentiert werden, vermutlich als Video.
Microsofts Initiativen der letzten Tage werden sicher nicht über Nacht zum Run auf Windows Vista führen. Doch sehr wahrscheinlich dazu beitragen, schrittweise aus der Image-Krise zu kommen.
Eine krisenfreie Arbeitswoche wünscht die Redaktion netzwelt - die auch ohne externe Berater ganz gut klar kommt.
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