Eine Software macht Spielabende zum "Objekt" der besonderen Art
Camspace: Eine Plastikflasche als Joystick
Gaming
Rechner einschalten, Spiel starten und noch in die Webcam gelächelt: So sieht die nächste Spiel-Generation aus. CamSpace nennt sich die Kerntechnologie des Unternehmens CamTrax und ist eine reine Softwarelösung. Um das Ganze wirklich zu verstehen, muss man sich das Video anschauen. In diesem werden Objekte wie beispielsweise eine Plastikflasche per Webcam erfasst, von einer Software zum Steuerelement modifiziert um dann sofort als Joystick zu agieren.
Laut CamTrax soll fast jede Webcam unterstützt werden - das Unternehmen spricht von 95 Prozent Kompatibilität. Die Software arbeitet nach einem einfach Prinzip: Sie scannt über die Kamera bis zu vier Objekte, speichert eine Objekt-Größe ab fünf Millimetern und die benötigten Koordination erhält das Programm per X-, Y-, Z-Achse und zusätzlichem Winkel direkt nach dem Erfassen voll automatisch. Yaron Tanne, Gründer und CEO von CamTrax, hat die Technik drei Jahre lang in seiner Wohnung in Tel Aviv entwickelt - und das alles im Alleingang.
CamSpace:Spaß ist Programm
Jetzt schafft er es nicht mehr alleine und arbeitet seit einigen Monaten mit anderen Entwicklern zusammen. Tanne behauptet, dass die meisten verwendeten Algorithmen in der Public Domain (Gemeinfreiheit) abgelegt sind, nur etwas verändert. Die Gemeinfreiheit bezeichnet alle Werke, die keinem Urheberrecht mehr unterliegen oder ihm nie unterlegen haben. Zusätzlich hat Tanne sogar ganz neue Algorithmen in die Public Domain eingebunden.
Keine Neuheit, aber genial freie Umsetzung
Die gesamte Anwendung läuft auf dem lokalen System um auf diese Art und Weise die angeschlossenen Geräte wie Tastatur, Maus oder Steuerknüppel zu emulieren. Ein Highlight ist dabei die Möglichkeit zwei Objekte als Steuerelement gleichzeitig zu benutzen. So kann der Spielende mit Fingerhüten die Software so einstellen, sodass er einen Ego-Shooter mit einer Hand-Pistole bedienen kann (siehe Video).
Schon jetzt wird ein großer Teil von Spielen unterstützt. Es soll in Kürze auch ein Portal entstehen, auf denen Listen zur Verfügung gestellt werden, wie, was und bei welchen Spielen die Software funktioniert. Hier ist ein "alle dürfen"-Gedanke ein Muss. Alle Beteiligten sollen, zurzeit sind es noch ausgewählte Beta-Tester, an der Software mit programmieren können. Patentverletzungen bei den Spielen, hinsichtlich der Steuerung und Modifizierungen, liegen anscheinend (noch) nicht vor.
Eine Neuheit ist CamSpace zwar nicht. Immerhin gibt es eine ähnliche Technologie schon bei der Nintendo Wii. Doch hier spielt man mit einer speziell entwickelten Fernbedienung. Will man bei der Wii mit vier Spielern spielen, muss man sich schon drei von den Steuerelementen dazukaufen. Da ist die CamSpace-Lösung nicht nur günstiger: Sie ist einfach revolutionär - bringt dazu, bei richtig ausgewählten Objekten, einen ordentlichen Spaßfaktor mit ins Spiel.
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