Die beste Digitalkamera der Welt?
Hasselblad-Digitalkamera mit 50 Megapixel
Mehmet Toprak
Das Nonplusultra für Fotografen: Eine Kamera mit 50-Megapixel-Sensor hat Hasselblad angekündigt. Der Sensor des neuen Mittelformat-Kamerasystems H3DII-50 ist 36 x 48 Millimeter groß und damit doppelt so groß wie die Vollformatsensoren digitaler Spiegelreflexkameras. Laut Hersteller ist er der größte kommerziell erhältliche Bildsensor. Zum Vergleich: Eine der besten Digital-SLRs, Canons EOS-1Ds Mark III, verfügt über einen CMOS-Sensor mit einer Fläche von 36 x 24 Millimetern und 21,1 Megapixeln.
Durch die große Sensorfläche der Hasselblad wird die gigantische Auflösung von 50 Megapixeln erst richtig nutzbar. Liegen nämlich die Pixel auf einem kleineren Sensor zu eng beieinander, können Bildrauschen und Moiré-Effekte auftreten. Das ist besonders bei Consumer-Digicams häufig der Fall, wo im Zuge werbewirksamer Megapixel-Angaben sich immer mehr Pixel auf den winzigen Sensoren drängen. Ein weiterer Vorteil des großen Sensors ist, dass der Fotograf auch problemlos Weitwinkelobjektive mit 28 Millimeter Brennweite einsetzen kann.
Daneben glänzt das Kamerasystem mit weiteren Raffinessen. Dazu gehört beispielsweise der Multishot-Modus. Darunter versteht man aber nicht die üblichen Serienaufnahmen. Vielmehr wird für ein Foto der Sensor von Piezomotoren in winzigen Ein-Pixel-Schritten verschoben. Insgesamt viermal. Dadurch werden die Farbinformationen (Rot, Grün, Blau) bei jedem Pixel voll abgebildet. Das liefert sozusagen reine Farbdaten und macht einen Algorithmus zur Berechnung der Farben überflüssig.
Perfekt für Stillleben, Architektur und Landschaft
Eine Domäne der H3DII 50 ist die Studiofotografie, etwa für Kochbücher, Stillleben oder Porträts. Hier soll die Kamera überragende Detailgenauigkeit und Farbtreue bieten. Aber auch bei Architektur-, Landschafts- und Naturaufnahmen mit Weitwinkelobjektiv ist die Hasselblad um Klassen besser als Spiegelreflexkameras.
Gespeichert werden die Bilder auf Compactflash-Karte, Festplatte oder einer Imagebank. Daneben wählt der Käufer beim H-System aus einer Vielzahl unterschiedlicher Objektive, Sucher und Rückteile. So kann er die Kamera entweder in Augenhöhe halten oder mit dem klassischen Lichtschachtsucher in Hüfthöhe fotografieren. Das Foto lässt sich auf einem 3-Zoll-Display kontrollieren.

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Gigantische Auflösung, präzise Verarbeitung und erstklassige Objektive machen die Hasselblad H3DII zur wohl besten Digitalkamera der Welt.
Erst im September 2007 hatte der Hersteller eine H3DII vorgestellt, damals noch mit maximal 39 Megapixel. Preise für die H3DII-50 nennt Hasselblad noch nicht. Das Modell mit 39-Megapixel-Sensor kostet aber etwa 30.000 Euro. Ein Alternative zur Hasselblad gibt es eigentlich nicht. Allenfalls wären die hochwertigen und sehr flexibel einsetzbaren Mittelformatkameras des japanischen Herstellers Mamiya zu erwähnen. Beispielsweise die Mamiya ZD. Diese arbeitet ebenfalls mit einem 36 x 48 Millimeter großen Sensor und bietet 22 Megapixel.
Berühmt wurden die Hasselblads auch, weil sie schon seit 1962 auf Raumflügen der NASA dabei waren. Für die ersten Bilder vom Mond, die Neil Armstrong am 20. Juli 1969 machte, nahm er eine Hasselblad EDC 500EL. Auch auf späteren Mondmissionen der NASA waren die geliebten "Hassis" dabei. Angeblich wurden die Kamerakörper dort zurückgelassen. Nur das Filmmagazin nahmen die Raumfahrer wieder mit.
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