10 Euro ist der Firma jede Anmeldung wert
Fastload.tv: Filesharing-Anbieter im Zwielicht
Jan Johannsen
Die Kanzlei verlange von ihm 4.820,12 Euro Schadensersatz inkl. Anwaltsgebühren und er solle eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abgeben. Interessant ist dies vor allem in Hinblick darauf, dass Oxyron/Fastload.tv in den versendeten Drohschreiben behauptet hat, dass die Firma "gegenüber deutschen Behörden oder Anwälten nicht auskunftspflichtig" sei.
Diese Aussage von Oxyron/Fastload.tv wird durch eine einfachen IP-Abfrage entkräftet. Der zufolge befindet sich der Server von Fastload.tv nicht im Ausland, sondern steht bei 1&1 in Karlsruhe.

![]()
![]()
Screenshot von Fastload.tv mit IP-Adresse (rechts unten).

![]()
![]()
Die IP-Adresse gehört laut ripe-Datenbank zu einem Server von 1&1.
Schon Anfang Juni hatte Fastload.tv selbst zugegeben, dass ihr Werbeslogan "Vollverschlüsselt und anonym downloaden!" nicht zutrifft. Die Firma brüstete sich Anfang Juni in einer Pressemitteilung damit, einen Filter entwickelt zu haben, der den Tausch von kinderpornografischen Inhalten bemerken würde. Die Daten der auffälligen Nutzer würden auch direkt an deutsche Ermittler weitergeleitet werden.
Unbeschriebenes Blatt
Sowohl bei der Staatsanwaltschaft Aachen als auch der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sind die Payplus GmbH oder Fastload.tv bisher nicht aktenkundig geworden. Ivona Gromek von der Verbraucherzentrale NRW rät aber Betroffenen, die eines der Drohschreiben von Fastload.tv/Oxyron erhalten haben, Anzeige zu erstatten. Oberstaatsanwalt Deller aus Aachen untermauert diese Empfehlung mit dem Hinweis, dass bei Betrugsdelikten im Internet die Staatsanwaltschaften fast ausschließlich erst aufgrund von Anzeigen tätig werden.
Gegenüber netzwelt erklärte Deller, dass Anzeigen nach dem Tatort-Prinzip aufgenommen werden. Bei Straftaten im Internet wären dies auch die Wohnorte von Opfer und vermeintlichem Täter. Opfer von Fastload.tv/Oxyron könnten also an ihrem Wohnort eine Anzeige aufgeben und müssten sich dafür nicht an die Behörden in Bratislava wenden. Dass die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werde, sei unwahrscheinlich.
Fastload.tv/Oxyron s.r.o. hat bisher nicht auf Anfragen von netzwelt reagiert. Die Payplus GmbH wollte sich ebenfalls nicht zu ihren Geschäftsbeziehungen äußern. Sobald weitere Stellungnahmen in der Redaktion eintreffen, wird netzwelt darüber berichten.
Weitere Artikel zum Thema
-
Fastload.tv: Filesharing-Anbieter versucht Kunden zu erpressen
Slowakische Firma droht Kundendaten an Ermittler weiter zu geben
-
Leere Drohungen: Abmahnung von Online Service Ldt.
Gericht erläutert Urteil und weist Interpretation von Katja Günther zurück
-
Verbraucherschützer: Kostenfalle Softwaresuche
Warnung vor Anmeldung für Download kostenloser Programme
Links zum Artikel
Mehr über: Abofalle, Verbraucherschutz, Filesharing
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben








