Zwei Teenager auf Entzug in spanischer Klinik
Spanien: Jugendliche wegen Handysucht eingewiesen
Yasmin Kötter
Wie die spanische Tageszeitung "El Mundo" berichtet, behandelt eine Kinderpsychiatrie derzeit zwei Jugendliche wegen ihrer Handysucht. Die Eltern der zwölf und 13 Jahre alten Teenager hatten ihre Kinder zunächst aufgrund einer vermuteten Internetsucht untersuchen lassen.
Die Klinik-Leiterin Maite Utgés bestätigte der Zeitung, die Eltern hätten bei ihren Kindern eine Sucht nach Instant-Messengern bemerkt und sie deswegen zur Behandlung gebracht. Die Ärzte stellten laut Utgés fest, dass die Jungendlichen auch süchtig nach ihren Handys sind. Die Teenager besaßen bereits seit mehr als einem Jahr ein eigenes Handy und nutzten es bis zu sechs Stunden täglich ohne Kontrolle der Eltern. Mindestens zwei Jahre dauere nun die Behandlung der Sucht.

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Experten warnen davor, Kindern zu früh ein eigenes Handy zu kaufen. Foto: Pablo Requejo
Die Experten warnen in Spanien nun ausdrücklich davor, Kindern unter 16 Jahren ein eigenes Mobiltelefon zu kaufen. Wie die Klink-Leiterin in einem Interview schilderte, seien derzeit insgesamt 20 Kinder aufgrund von Internet-Sucht in Behandlung, davon 17 speziell wegen Sucht nach Messenger-Diensten.
Der Zeitung zufolge sind in Spanien bereits rund zehn Prozent der Jugendlichen in Madrid süchtig nach dem Internet oder ihrem Handy. Die Sucht rufe gleiche Entzugserscheinungen wie bei Spielsüchtigen oder Alkoholikern hervor. Oft litten der Kontakt zur Familie und die Leistungen in der Schule unter der Abhängigkeit.
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