Kontrolle der Provider soll Netzneutralität schaffen
P2P-Drosselung: Google entwickelt Analyse-Tool
Moritz Zielenkewitz
Provider, die den BitTorrent-Verkehr ihrer Kunden drosseln, sind offenbar auch für Google ein Thema. Der Konzern stecke bereits mitten in der Entwicklung eines Tools, mit dem Nutzer etwaige Bremsen entdecken können - falls die Provider auf stumm schalten.
Während einer Diskussion an der Santa Clara University bei San Francisco hat sich Richard Whitt, Senior Policy Director von Google, für Netzneutralität stark gemacht. Er kündigte an, Google werde eine Applikation veröffentlichen, die Internet Service Provider (ISP) unter die Lupe nimmt.
"Wir geben den Usern Tools an die Hand, mit denen sie feststellen können, was mit ihren DSL-Verbindungen geschieht. So können sie ihre Provider wissen lassen, falls sie mit dem Ergebnis unzufrieden sind und denken, dass an bestimmten Angeboten manipuliert wurde", erklärte Whitt.
Google macht Provider durchsichtig
Falls ISPs keine transparente Firmenpolitik betrieben, um die Nutzer über Drosselungen aufzuklären, nehme sich Google dieser Aufgabe an. Laut Whitt wird jeder User mit dem Analyse-Tool eigenhändig kontrollieren können, ob mit seinem DSL-Anschluss alles in Ordnung ist. Nach dem Bekanntwerden von P2P-Drosselungen in den USA durch Comcast sind Kunden von Breitband-Anschlüssen sensibilisiert.
Wann dieses Tool verfügbar sein soll und wie genau es funktioniert, teilte Whitt nicht mit. Google ist aber nicht der Erste mit einer solchen Idee: Sowohl das Max-Planck-Institut als auch eine italienische Filesharer-Organisation haben bereits Methoden vorgestellt, um das Bremsen von P2P-Traffic nachweisen zu können.
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