3D-Ansicht sorgt für ordentliche Aufnahmen und Gegenwind
Googles "Street View" rollt auf Deutschland zu
Markus Henkel
Das Google-Projekt Street View ist zurzeit mit mehreren Kamerawagen auf Europatour und mit teuren 360°-Objektiven auf der Jagd nach kompletten Straßenzügen - mit samt deren Inhalt.
Spanien, Italien und die Schweiz sind schon besucht und fotografiert worden. Nun rollt das Fotolabor aus Mountain View Richtung Deutschland. Welche Straßenzüge und vor allem welche Städte in Deutschland besucht werden, ist noch unbekannt. Die so genannten Google Cars sind aber schon in Paris, Mailand, Rom, Amsterdam und Barcelona gesichtet wurden. Aber schon jetzt wird in Deutschland Googles Treiben registriert und die Kritiker fangen an sich zu positionieren.
Scharfer Gegenwind der Kritiker
Diesen scharfen, kritischen Gegenwind kennt Google seit der Einführung des 3D-Projektes. In den USA wurde gleich zu Beginn von Street View eine Klage eingereicht, die aber keine großen Konsequenzen nach sich zog. Australien und Canada hatten dagegen mit ihren eingereichten Klagen mehr Glück: Google musste versprechen, dass die KFZ-Kennzeichen und die Gesichter der Bürger anonymisiert werden.
In Europa ist ebenfalls mit Klagen zu rechnen und ein ähnlicher Prozessfall ist auch schon aus England bekannt. Hier wurde ein von einem 42-jährigen Mann versuchter Selbstmordversuch zwar vereitelt. Doch die Bilder der Überwachungskameras wurden von der Stadt einfach an die Medien verkauft. Wenn man nun das Szenario auf Googles "Street View" projiziert, kann man sich leicht ausmalen, was alles möglich wäre, wenn Google alle Bilder ohne Einschränkungen benutzen dürfte.
Gelber Riese setzt auf Google
So hat die Post, laut einer Aussage der Datenschutzbeauftragten für NRW, schon Interesse bekundet, Googles Bilder nutzen zu wollen. Der gelbe Riese will die eigene Adressdatenbank statistisch auswerten und einen virtuellen Stadtbesuch anbieten. Einige Kritiker hoffen nun, dass dieses Vorhaben vom Gesetzesgeber gestoppt wird und Google mit dieser externen Schelte vorsichtiger zu Werke geht.
Googles Datenschützer Peter Fleischer versucht die ganze Aufregung zu entschärfen und weist die Bürger daraufhin, dass die Datensätze absolut geschützt würden. So sollen Bürger, die unschöne Bilder von sich bei "Street View" ausfindig machen, ihre Bedenken gegenüber Google äußern können. Nach einer positiven Prüfung sollen die fraglichen Bilder sofort gelöscht werden. Das Vorhaben kann aber anhand der Masse an Bildern angezweifelt werden. So sind schon einige Bilder aufgetaucht, die Bürger in problematischen Situationen zeigen.
Weitere Artikel zum Thema
-
Google Street View: Neue Ansichten, Gesichter unkenntlich
Google macht mit Software automatisch Passanten unkenntlich
-
Google Maps: Street View und Fußgänger-Navi fürs Handy
360-Grad-Ansichten von Großstädten auf dem Mobiltelefon
-
Google Street View: Neue Städte im Panorama
Riesige Gebiete in 360-Grad-Ansichten
Links zum Artikel
Mehr über: Google Earth, Google Maps
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Googles "Street View" rollt auf Deutschland zu
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben








