Hauseigene günstige Alternative zum Multitouch-Tisch Surface
Wie in Minority Report: TouchWall von Microsoft
Jan Johannsen
Auf dem Microsoft CEO Summit vom 13. bis 15 Mai 2008 in Redmond demonstrierte Firmengründer Bill Gates einen neuen Multitouch-Computer vor 115 Firmenchefs aus 26 Ländern. Bedient wird das TouchWall-System über einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm.
Im Gegensatz zum Multitouch-Tisch Surface arbeitet TouchWall mit einem einfacheren mechanischem System. Bei Surface filmen Kameras die Oberfläche des Tisches von unten ab und erkennen, was sich auf ihr befindet und was es dort tut. TouchWall dagegen basiert auf drei Infrarot-Lasern, die eine Oberfläche abscannen. Laut Ian Sands, Director of Envisioning bei Microsoft, kostet Surface etwa 10.000 Dollar. Ein TouchWall-System lässt sich schon mit Hardware für mehrere Hundert Dollar realisieren.

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Bill Gates an der TouchWall
(Klick vergrößert.)
Auf dem TouchWall läuft ein Betriebssystem namens Plex, das eine Weiterentwicklung der Standard-Version von Windows Vista ist. Eine Kamera registriert, wenn einer der drei Laser unterbrochen wird und gibt diese Informationen an die Software weiter, die entsprechend reagiert.
Das TouchWall-System, das Microsoft dem US-Technikblog CrunchGear vorab zeigte, bestand aus einem PC mit Windows Vista und Plex, einer etwa 1,20 mal 1,80 Meter großen Plexiglasscheibe, einem Projector, einer Infrarot-Kamera und drei Infrarot-Lasern. Die einzige Grenze für die Größe der berührungsempfindlichen Bedienoberfläche setzen die Projektoren. Rein theoretisch könnten ganze Wände als Touchscreen fungieren.
TouchWall eignet sich zum Beispiel für Präsentationen, sofern die Zuhörer nichts dagegen haben, nur den Rücken des Vortragenden zu sehen. Man kann auf einen Desktop mit verschiedenen Medienarten navigieren, zoomen, Filme und Musik abspielen sowie Fotos und Dokumente betrachten. Mit der Mal-Funktion wird der gesamte Bildschirm in ein Whiteboard verwandelt.
Microsoft betonte, dass es noch keine konkreten Pläne für die Produktion und den Verkauf des TouchWall gebe. Aber der mögliche praktische Nutzen und die geringen Kosten, vor allem im Vergleich zu Surface, könnten den Windows-Hersteller zur Serienproduktion ermuntern.
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