Duell MPAA vs. BitTorrent-Tracker beendet
TorrentSpy: 111 Millionen Dollar Schadensersatz
Moritz Zielenkewitz
Langer Kampf mit teurem Ende: Die Tracker-Seite TorrentSpy wurde zur Zahlung von 111 Millionen Dollar verurteilt, die MPAA wertet das als bedeutsamen Sieg. Von der Weigerung, Nutzerdaten zu speichern bis hin zur freiwilligen Abschaltung hatte sich TorrentSpy gewehrt.
"Diese massive finanzielle Strafe ist ein klares Signal an die Illegalität solcher Websites", verkündet Dan Glickman, CEO und Chairman der Motion Picture Association of America (MPAA). Das Urteil zeige, "dass solchen Piratenseiten nicht gestattet wird, ohne unnachgiebige Prozesse der Rechteinhaber weiterzumachen."
Das Bundesbezirksgericht in Los Angeles verurteilte Valence Media, die Firma hinter TorrentSpy, für jede der 3.700 dokumentierten Urheberrechtsverletzungen zum Höchstsatz von 30.000 Dollar, was den Gesamtbetrag von 110,97 Millionen ergibt.
Urteil mit Vorgeschichte
Dem gestern gefällten Urteil geht eine lange Auseinandersetzung zwischen TorrentSpy und der MPAA voraus. Letztere hatte im März 2007 mehrere in den USA ansässige Suchseiten für BitTorrent-Tracker ins Visier genommen, TorrentSpy gehörte auch dazu. Das Gericht verlangte von der Seite, IP-Adressen und andere Informationen der Besucher zu protokollieren und den Behörden auszuhändigen.
TorrentSpy sah die Grundsätze ihrer Privacy Policy gefährdet, weigerte sich und bat die Electronic Frontier Foundation (EFF) um Hilfe, welche sich um Freiheit und Recht im Netz kümmert. Statt die Logs abzugeben, löschten die Macher von TorrentSpy sämtliches belastendes Material. Im Dezember folgte daher eine Anklage wegen mutwilliger Vernichtung von Beweismitteln.
Um den Fängen der MPAA zu entgehen, sperrte TorrentSpy gar den Zugriff durch US-Bürger und schaltete letztlich Ende März 2008 die Seite ab. Dem jetzt gefällten Urteil konnten sie dadurch jedoch nicht entgehen. Urteil und Beweisführung des Gerichts im Fall TorrentSpy stellten ein Novum dar, weil der richterliche Eingriff in die Log-Dateien einer Website bis dato nicht durchgeführt worden war.
Ende mit Schrecken?
TorrentSpy hat angekündigt, sich gegen die Schadensersatz-Forderung zur Wehr zu setzen. Die offizielle Pressemitteilung der MPAA finden Sie unten in den Links zum Thema.
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