Rein in die Schulden beim Notebook-Kauf
Verkehrte Netzwelt: Shoppen mit Zwegat
Michael Knott
Soll ich oder soll ich nicht? Wenn es um funkelnd blitzend neue Elektronik geht, werden viele von uns zum Tier. Kreditkarte raus und dann schnell her damit. Wenn das schlechte Gewissen nur nicht wäre. Denn ganz schnell sitzt RTL-Schuldenberater Peter Zwegat auf der Schulter und versucht uns den Spaß auszureden. Doch manchmal muss man seinen Willen einfach gegen die Vernunft durchsetzen.
Da liegt es, unter Glas, das schöne neue Notebook. Der Preis ist egal, ich will es haben. Rechte Schulter Peter Zwegat, linke Schulter der kleine Konsumteufel. Von vorne: semiprofessioneller Media-Markt-Verkäufer. Und los geht's.
Verkäufer: Hallo, kann ich weiterhelfen?
Potentieller Käufer: Ja, ich will dieses Notebook, bitte halten Sie mich nicht davon ab.
Verkäufer: Wie käme ich dazu. Aber bitte, setzen Sie sich doch erst einmal.
Potentieller Käufer: Sehen Sie, Sie halten mich ja doch ab.
Zwegat: Aber, aber, aber - Sie wollen doch nicht, das brauchen Sie doch nicht wirklich. Sie haben doch bereits einen Heimcomputer, wozu dann noch dieses tragbare Modell? Bei Ihrer finanziellen Lage sollten Sie sich das besser noch einmal überlegen. Ich brauche erst einmal sämtliche Unterlagen von Ihnen. Wirklich alle.
Verkäufer: Also bei diesem Modell handelt es sich um unseren Preis-Leistungs-Sieger. Da können Sie gar nichts falsch machen.
Potentieller Käufer (die Augen zu kleinen Schlitzen verengt): Sag ich doch, meine Rede. Also her damit, ich bezahle mit Karte.
Zwegat: Ha, nichts da. Ihre Karte habe ich vorsichtshalber eingesteckt. Damit Sie nicht auf dumme Gedanken kommen. Gleichzeitig habe ich bereits schon Ihr Auto verkauft. In Ihrer momentanen Lage ist ein Auto nun wirklich nicht nötig.
Potentieller Käufer: Macht nichts, ich habe immer Ersatz-Kreditkarten bei mir, für alle Fälle.
Verkäufer: Leider ist eine EC-Kartenzahlung derzeit nicht möglich. Sie müssten kurz zum Bankautomaten ein Stock tiefer.
Zwegat: Auf dem Konto ist sowieso Ebbe, da gibt es nichts mehr zu holen. Ich könnte höchstens beim Arbeitgeber einmal nachfragen, aber nicht für ein Notebook. Da bin ich dann zu stolz für.
Teufel: Sag mal, was ist denn hier eigentlich los? Du hast doch einen Dispo oder? Der ist dir ja nicht umsonst eingerichtet worden. Deine Bank vertaut dir, deine Bank ist dein Freund. Also jetzt geh schon schnell zum Gelautomaten, hol die Kohle und dann ab dafür. Und bring diesen Anzugträger auf der anderen Schulter endlich zum Schweigen. Wer hat den eigentlich eingeladen?
Zwegat: Ich werde nicht eingeladen, sondern bestellt, meistens vom Gericht. Jetzt machen wir alle zusammen erst einmal einen ordentlichen Kassensturz.
Potentieller Käufer: Wir machen hier überhaupt nichts zusammen. Ich gehe ein Stockwerk tiefer zum Bankautomaten. Wartet hier.
Zwegat: Aber wehe, Sie geben unterwegs wieder Geld für Zigaretten aus.
Teufel (Zwegat imitierend): Aber wehe, Sie geben unterwegs wieder Geld für Zigaretten aus. Du bist der totale Spießer, Zwegat. Extrem langweilig, wenn du mich fragst.
Zwegat: Dafür habe ich meine Schäfchen im Trockenen und lauf nicht rot an, wenn ich mich aufrege. Eigentlich rege ich mich generell nur sehr selten auf.
Verkäufer: Was sind das für Stimmen?
Potentieller Käufer, wieder da: Hier, nehmen Sie das verfluchte Geld als Anzahlung und geben Sie mir mein Notebook. Aber ein bisschen plötzlich.
Zwegat: Das wäre dann der 41. Gläubiger. Da sieht man mal wieder, was die Gier aus Menschen macht. Bei dieser fehlenden Einstellung weiß ich wirklich nicht, ob ich den Fall weiter betreuen kann. Ich muss mir das wirklich noch einmal überlegen. Wirklich wirklich.
Teufel: Eigentlich hat dich auch keiner gefragt. Also: schickes Gerät, gib mir Fünf.
Käufer: Danke, siehst aber auch nicht schlecht aus mit deinem roten Umhang.
Zwegat:Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Ich brauch schnell ein paar Unterlagen, die ich ordnen kann, sonst wird mir ganz anders.
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