Franzose bannte Schallwellen auf Papier
Phonoautograph: Die Suche nach dem Audio-Gral
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Ein 23 mal 63 Zentimeter großes Stück Papier soll sie älteste Tonaufnahme der Welt sein. Damit stammt die erste Aufzeichnung einer menschlichen Stimme nicht vom Erfinder Thomas Edison, sondern von einem Franzosen aus dem Jahre 1860.
Inhalt
- Edison nicht der Vater der Tonaufnahme?
- Geschwärztes Papier zum Ansehen statt Anhören
- Die Suche nach dem heiligen Audio-Gral
- Scott warf Edison misslungene Fälschung vor
Edison nicht der Vater der Tonaufnahme?
Ein zehnsekündiger Audioclip von einer singenden Frau stößt die zuvor bekannte Aufnahme von Thomas Edison "Mary had a little lamb" vom Thron und beansprucht den Titel "älteste Aufnahme einer menschlichen Stimme" für sich. Das Fundstück, das der Historiker David Giovannoni entdeckt hat, ist allerdings keine Audioaufnahme im herkömmlichen Sinne, sondern ein Stück Papier.
Die Stimme hat ein Pariser Schriftsetzer namens Édouard-Léon Scott de Martinville mittels eines von ihm entwickelten Phonoautographen im Jahre 1860 aufgenommen. Damit war Scott dem Erfinder Thomas Edison um 17 Jahre voraus. Edison beantragte erst im Jahre 1887 das Patent für seinen Phonographen, einen Vorläufer des Grammophones.
Geschwärztes Papier zum Ansehen statt Anhören
Der Phonoautograph von Scott nahm jedoch nicht wie Edisons Erfindung Töne auf und konnte sie danach wieder abspielen, sondern zeichnete die Schallwellen visuell auf. Scotts Gerät bestand aus einem trommelförmigen Horn mit einer Membran, an dem ein Stift befestigt war. Dieser kratzte Wellenlinien in ein Papier, dass Scott zuvor über einer Öllampe geschwärzt hatte.
Die Aufzeichnungen waren nicht zum Anhören gedacht, sondern Scott wollte Töne und Sprache sichtbar machen. Das so genannte Phonoautogramm haben erst zwei Wissenschaftler des Lawrence Berkeley National Labors hörbar gemacht, mit einer Art digitaler Grammofon-Nadel.
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