Netzwelt zu Besuch bei einem taiwanischen Hersteller
Taiwan: Wie MP3-Player gemacht werden
MP3-Hardware
"Made in Taiwan" steht auf vielen Geräten. Aber nicht jeder weiß: Die großen Firmen lassen nicht nur im Ausland produzieren, oft kaufen sie die Geräte auch einfach ein. Viele MP3-Player aus Taiwan stammen daher aus kleinen Unternehmen. Studierte Elektroniker, Maschinenbauer und Informatiker designen die Geräte in kleinen Firmen, lassen sie in einer der vielen taiwanischen Fabriken fertigen und verkaufen dann an große Firmen. Diese vermarkten die fertigen Produkte dann in anderen Ländern und mit ihrem eigenen Logo.
Bei der taiwanischen Firma Icat arbeiteten zehn Ingenieure an dem neuesten Player, dem Iplug Cam2. Wessen Label am Ende auf dem Player klebt, darf Leo Tsai nicht verraten. Auch der Gerätename wird in Europa sicher anders lauten. Gegenüber netzwelt verrät Tsai ein paar Hintergründe über den Prozess der Entwicklung und das Gerät selbst.
Von der Zeichnung bis zum fertigen Produkt
Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Player benötigen die Icat-Mitarbeiter knapp ein Jahr. "Wir entwerfen dabei alles selbst, vom Design des Gehäuses bis hin zu den Schaltkreisen", so der Sales & Marketing Director.

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Ein Werbefoto des neuen Players.
Am Ende entstehen Produkte mit ungewöhnlichen Funktionen. So bietet das neueste Gerät nicht nur einen eingebauten SD-Kartenleser sowie einen TV-Ein- und Ausgang, sondern auch die Emulation von NES-, Gameboy- und Gameboy-Color-Spielen. Außerdem ist eine eingebaute Digitalkamera mit an Bord. Das Display hat keine Einschränkungen im Betrachtungswinkel - das Abspielen von Kinofilmen in vier Formaten und zwei Gigabyte Speicher sind ebenso selbstverständlich.
MP3-Musik kann der Player natürlich auch abspielen, außerdem kommt er mit den Formaten WMA und WAV klar. "In diesem Gerät ist wirklich alles miteinander kombiniert, einschließlich Videorekorder und Bilderfassung", fasst Tsai die Funktionen zusammen. Sechs Monate investierten die Ingenieure bei Icat für diese Weiterentwicklung des Vorgängermodells Iplug Cam.
Die Entwicklung unterteilen die Ingenieure in drei Phasen. Zuerst kommt die Phase für Forschung und Entwicklung, in der das Gerät samt Funktionen entworfen wird. "Die Ideen kommen dabei oft von den Verbrauchern selbst", erläutert Tsai und ergänzt: "Der Iplug Cam2 etwa ist eine Verbesserung des Vorgänermodells. Einige Kunden wollten ein stärkeres Kamera-Design, darum haben wir das Schiebe-Display entworfen. Es erinnert an ein Samsung-Handy. Außerdem haben wir die Spiel-Funktion verbessert, sie war ein wenig langsam."
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