Patentrechtsverletzungen auf der IT-Messe
CeBIT 2008: Polizei zieht Bilanz (Update)
Jan Johannsen
180 Beamte von Polizei und Zoll sowie drei Staatsanwälte haben am Mittwoch wegen des Verdachts von Patentrechtsverletzungen insgesamt 51 Stände auf der CeBIT durchsucht. Heute zogen die Staatsanwaltschaft Hannover, die Polizeidirektion Hannover und das Zollfahndungsamt Hannover Bilanz.
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In 68 Umzugskartons stellten die Beamten technische Geräte, schriftliche Unterlagen und Werbematerial sicher. Bei den Geräten handelte es sich nach Angaben der Polizei vor allem um Mobiltelefone, Navigationsgeräte, elektronische Bilderrahmen, Flachbildgeräte sowie elektronisches Zubehör. Neun Personen wurden erkennungsdienstlich behandelt, gegen insgesamt 20 Verantwortliche ordnete die Staatsanwaltschaft Sicherheitsleistungen in Höhe von 1.000 Euro an.
Die Standbetreiber verhielten sich ganz überwiegend kooperativ, lediglich ein Standbetreiber verweigerte sich der Maßnahme und wurde zur Messewache der Polizeidirektion verbracht. Der Mann konnte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden.
Verstöße gegen das Patentrecht können mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder Geldstrafen geahndet werden. Die Aktion am Mittwoch war nicht die erste ihrer Art, aber die bisher größte deratige Durchsuchung auf der CeBIT. Im Vorfeld der Messe sind viele Strafanzeigen von Patentrechteinhabern eingegangen. Die verletzten Patentrechte beziehen sich im Wesentlichen auf Geräte mit MP3/MP4-Funktion oder mit DVB-Standardverfahren sowie CD- beziehungsweise DVD-Rohlinge und DVD-Wiedergabegeräte.
Die betroffenen Firmen kamen aus folgenden Ländern:
China: 24 (zusätzlich dreimal Honkong)
Taiwan: 12
Deutschland: 9
Polen: 1
Niederlande: 1
Korea: 1
Gesamt: 51
Update: Am Freitag durchsuchte die Polizei drei weitere Stände wegen des Verdachts auf Patentrechtverletzungen. Dies bestätigte ein Sprecher der Hannoveraner Polizei gegenüber der dpa. Die Ermittler beschlagnahmten den Angaben zufolge GPS- und Navigationsgeräte. Die Hersteller sollen nicht über die erforderlichen Lizenzen für die technischen Patente verfügt haben.
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