Die Kids klauen, ihre Eltern kaufen Downloads
Der lange Abschied vom CD-Format
Janko Röttgers
Die Plattenfirmen kämpfen seit Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen. Jetzt belegt eine Studie erstmals, was viele seit langem vermuten: Der Musikindustrie bricht durch Tauschbörsen und andere Quellen für kostenlose Musik eine komplette Generation von Käufern weg.
2007 war für die Musikindustrie mal wieder eins dieser Jahre, die weh tun. Plattenfirmen verkauften in den USA 19 Prozent weniger CDs als im Vorjahr. Wenig besser sieht die Situation im europäischen Ausland aus. So lag der Rückgang in Frankreich bei 17 Prozent. Deutsche Zahlen liegen noch nicht vor, doch die Branche befürchtet das Schlimmste.
Gleichzeitig feiern iTunes & Co. weiter wachsende Umsätze. So vermeldete die Marktforschungsfirma NPD jetzt, dass iTunes in den USA zum zweitgrößten Musikverkäufer aufgestiegen ist. Nur der Einzelhandels-Gigant Walmart verkauft demnach noch mehr Alben als iTunes.
Hälfte aller Teens ignoriert CDs
Die wachsenden Download-Einnahmen reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die wegbrechenden Umsätze des CD-Geschäfts auszugleichen. Ein Grund dafür ist, dass offenbar eine ganze Generation der Musikindustrie den Rücken kehrt. So berichten die NPD-Marktforscher, dass sich 48 Prozent aller Teenager überhaupt keine CDs mehr im letzten Jahr gekauft haben. 2006 lag diese Zahl noch bei 38 Prozent.
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