Industrie und Geschäftsmodelle müssen sich wandeln
Ehemaliger EMI-Senior: "Musik 1.0 ist tot"
Moritz Zielenkewitz
Der Wirtschaftszweig Musik, wie er aktuell besteht, wird sich wandeln müssen - davon ist Ted Cohen, Ex-Vizepräsident beim Major Label EMI, überzeugt. Auf dem Digital Music Forum East forderte er die Musikindustrie auf, offen und kreativ mit neuen Geschäftsmodellen umzugehen. Und nicht nur die großen Vier seien hier in der Pflicht, so Cohen.
In seiner Rede beim Digital Music Forum East (DMFE) bekräftigte Cohen die Vertreter der Musikindustrie, während der Übergangsphase von alten Strukturen zu Ansätzen der digitalen Verbreitung nicht aufzugeben. Das althergebrachte Aufgabenspektrum der Labels habe sich gewandelt, "Musik 1.0 ist tot", machte der EMI-Ex deutlich.
Im Zuge der Diskussionen wurde deutlich, dass Labels wie Interscope oder Sony/BMG bereits fast ein Drittel ihrer Einnahmen aus dem Vertrieb digitaler Musik beziehen - und damit die Verluste beim CD-Verkauf nahezu auffangen können. Auch Indie Labels gehen flexibel mit dem Wandel um und machen mittlerweile 30 Prozent des Gesamtmarktes aus.

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Musik 1.0 ist tot - so Cohen beim Digital Music Forum East.
Vertreter sozialer Musikdienste empfahlen auf dem DMFE, sich für Musik 2.0 an den Vorteilen des Web 2.0 zu orientieren: Social Networking könne einen Löwenanteil der Marketing- und Filterarbeit von Labels übernehmen und die Notwendigkeit der Majors für den Entstehungsprozess von Musik reduzieren.
Nach wie vor kontrovers wird diskutiert, welche Geschäftsmodelle Fuß fassen können und wo die Käuferakzeptanz niedrig ist. DRM bleibt ein leidiges Thema, Musik-Flatrates hingegen wird ein großes Potenzial beigemessen und auch werbefinanzierte Streaming-Seiten wie iMeem oder last.fm sind mittlerweile eine akzeptierte Größe im Musikgeschäft.
David Del Beccaro, Präsident von Music Choice, prognostizierte, dass der Wandel noch zehn bis 20 Jahre Zeit in Anspruch nehmen werde. Erst dann habe sich die Musikindustrie komplett von den Vertriebswegen und Geschäftsmodellen der Vergangenheit gelöst. Bleibt die Frage, ob bis dahin vielleicht auch Musik 2.0 bereits für tot erklärt sein wird.
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