Offenbar konkrete Alternativen zu Redmonds Milliarden
Yahoos Wechselspiel: Von Microsoft zu Murdoch?
Internet & Netzwelt
Beständig ist nur der Wechsel: Nachdem es bereits den Anschein hatte, dass die Übernahme von Yahoo dank des Microsoft-Gebots von 45 Milliarden Dollar stattfindet, kam am 14. Februar die offizielle Absage. Yahoo-CEO Jerry Yang betonte gegenüber Board und Aktionären, das Angebot aus Redmond sei zu niedrig und man sei in einer guten Marktposition, um weiter Ausschau zu halten. Offenbar wandern die Augen wieder zu Murdoch.
In seinem Brief erklärte Yang, das Übernahme-Angebot von Microsoft sei zu niedrig und gegenüber den Aktionären nicht zu verantworten. Yahoo habe nach wie vor eine einzigartige Marktposition mit mehr als 500 Millionen Nutzern weltweit.
Aus diesen Argumenten folgt laut CEO Yang, dass Yahoo keinen Grund habe, übereilt nach Käufern zu suchen. Die Verhandlungen mit anderen Interessenten außer Microsoft gingen demnach weiter. Wie das Wall Street Journal erfahren haben will, soll die News Corp. von Rupert Murdoch wieder bei Yahoo angeklopft haben - Murdoch-Yang-Abendessen inklusive.
Den Berichten zufolge will die News Corp. MySpace, PhotoBucket und andere Projekte auslagern, Finanzmittel beisteuern und im Gegenzug einen Anteil von 20 Prozent an Yahoo erwerben. Von den bisherigen Online-Angeboten würden News Corp. und Yahoo bedeutend besser zueinander passen als das Bündnis mit Microsoft: Yahoo hätte einen starken Partner und neue Projekte an seiner Seite, Murdoch könnte die durch Yahoo etablierte Werbe-Plattform nutzen.
Die offene Haltung könnte Yahoo in vielerlei Hinsicht zum Vorteil gereichen: Sollten die Verhandlungen mit News Corp. und etwaigen anderen Anbietern nicht fruchten, so übermitteln sie Microsoft dennoch ein klares Signal: Yahoo hat sich noch nicht aufgegeben und nur ein höheres Gebot aus Redmond könnte die tatsächliche Übernahme garantieren. Die Zeit spielt aktuell für Yahoo, überhastete Entscheidungen sind nicht zu erwarten.
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