Kommt jetzt die erste HDR-Kamera?
HDR-Fotografie: Panasonic entwickelt HDR-Sensor
Tobias Heinze
Wer schon mal High Dynamic Range Fotos (HDR) aufgenommen hat, kennt das Problem: Man muss von einem Motiv mehrere Bilder mit verschiedenen Belichtungszeiten machen, um später daraus ein HDR-Foto zu erhalten. Wenn sich während der Belichtungsreihe aber im Motiv etwas bewegt, ist das Projekt meistens für die Tonne. Dank Panasonics neuem Bildsensor könnte das in Zukunft anders aussehen.
Es ist zum Haare raufen: Zwei der drei Aufnahmen sind bereits im Kasten, doch während der dritten Aufnahme hat sich das Motiv schon wieder bewegt. HDR-Fotos von bewegten Motiven sind schwer zu fotografieren, da für die Belichtungsreihe Zeit benötigt wird. Und in dieser Zeit darf sich im Motiv nichts verändern, sonst sind die Einzelfotos für eine Weiterverarbeitung ungeeignet. Die Lösung wäre eine Digitalkamera, die in einem Foto den Dynamikumfang mehrerer Fotos aufzeichnen kann.

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Sind HDR-Fotos wie dieses bald schon mit nur einer Aufnahme möglich? Ein neuer Bildsensor von Panasonic kann einen erhöhten Kontrastumfang erfassen.
Der Dynamikumfang eines Bildsensors beschreibt die Gesamtheit der erfassbaren Helligkeitswerte vom hellsten bis zum dunkelsten Tonwert. Oft spricht man auch vom Kontrastumfang oder einfach nur vom Kontrast, der in Dezibel oder Blendenstufen gemessen wird. Aktuelle Bildsensoren können 60 Dezibel erfassen, der neue Bildsensor von Panasonic schafft 140 Dezibel. Damit kann er mehr helle und mehr dunkle Tonwerte in einem Bild erfassen als ein herkömmlicher Sensor. Das Ergebnis ist ein Foto mit erhöhtem Kontrastumfang, das der menschlichen Wahrnehmung näher kommt als aktuelle Digitalfotos mit geringerer Dynamik.
Der Sensor erstellt das HDR-Foto nach bekanntem Rezept: In sehr kurzem Abstand nimmt der Sensor drei Bilder hintereinander auf und belichtet dabei mit 1,5 Mikrosekunden, 150 Mikrosekunden und 15.000 Mikrosekunden. Insgesamt resultiert daraus eine Verschlusszeit von ungefähr 1/60 Sekunde. Die drei Aufnahmen setzt eine Elektronik hinter dem Sensor unmittelbar danach zusammen.

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Links die Aufnahme mit einem herkömmlichen Bildsensor, rechts ein Foto aus dem neuen Sensor. Zu sehen ist der Glühfaden einer Lampe, der rechts deutlich mehr Zeichnung in den hellsten Bildteilen hat, während links nur reines Weiß zu sehen ist. (Foto: Panasonic)
Der neue Bildsensor wurde jetzt auf der International Solid-State Circuits Conference in San Francisco vorgestellt. Zur Zeit liefert er eine Auflösung von 177 x 144 Pixeln und bewältigt seine ersten Einsätze in der Automobil- und Überwachungselektronik. Der Grundstein für eine neue Generation von Bildsensorern scheint mit Panasonics Sensor gelegt. HDR-Fans sollten sich aber nicht zu früh freuen, schließlich ist die Auflösung noch sehr niedrig und der neue Sensor zur Zeit auch noch farbenblind.
Wie Sie mit ihrer aktuellen Digitalkamera begeisternde HDR-Fotos erstellen, lesen Sie im HDR-Special auf netzwelt.
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