Pantoffelkino auch in den Nachbarländern digitalisiert
DVB-T: Digitale Weihnachten in den Randgebieten
Stefan Hagedorn
Die digitale Übertragungstechnik spielt nicht nur beim Kabel- und Satellitenempfang eine immer größere Rolle, auch die TV-Programme über die Hausantenne werden sukzessive umgestellt. In dieser Wochen waren weitere Regionen im Südwesten des Landes an der Reihe. Deutlich mehr Sender in besserer Qualität gibt es in wenigen Tagen auch im Saarland.
In der Nacht zum 4. Dezember wurden die Rheinebene, der mittlere Schwarzwald, die Stadt Baden-Baden, weite Teile der Pfalz und des südöstlichen Hunsrück sowie von Rheinhessen an das digitale Sendernetz angeschlossen. Die Standorte Donnersberg und Kettrichhof (bei Pirmasens) kamen neu hinzu. Für die Süd- und Vorderpfalz, im Großraum Kaiserslautern und im Raum Rhein-Main gab es eine Standortverlagerung und einen Frequenzwechsel.
Saarland vor der Umstellung
Im Saarland sind die Tage des analogen Antennenfernsehens ebenfalls gezählt. Am 13. Dezember werden stattliche 16 öffentlich-rechtliche und private TV-Programme für das südwestliche Bundesland und die angrenzenden Regionen von Rheinland-Pfalz in die Wohnzimmer flimmern. In diesen Tagen wird die installierte Technik ausführlichen Testläufen unterzogen. Dadurch kommt es in erster Linie in den Nachtstunden zu Unterbrechungen bei der analogen Fernsehversorgung. Ab Mitte Dezember wird alles endgültig digital - und damit auch bequemer. Der portable TV-Empfang im Garten oder auf dem Campingplatz wird dann Wirklichkeit.
Auf Kanal 42 werden SR Fernsehen, Das Erste, Phoenix und arte übertragen, auf Kanal 44 senden Bayerisches Fernsehen, hr fernsehen, Südwest Fernsehen und WDR Fernsehen. Das digitale Programmpaket ZDFvision wird über Kanal 30 ausgestrahlt. Es umfasst die fünf Programme ZDF, 3sat, KiKa/ZDFdokukanal und ZDFinfokanal. Saar TV, Tele 5 und QVC werden über Kanal 49 gezeigt.
Empfang in den Grenzgebieten
Auch die unmittelbaren Nachbarn sollen etwas von der DVB-T Einführung haben. In Zweibrücken, Börfink, Brücken, Birkenfeld, Nohen, Hoppstätten-Weiersbach, Heimbach, Gimbweiler und Berschweiler bei Baumholder sollen die DVB-T Signale aus dem Saarland ausreichen, um den Anforderungen an einen akzeptablen Fernsehempfang Genüge zu tun. Allerdings empfangen die Haushalte in der Grenzregion zum Bundesland Rheinland-Pfalz anstatt SR Fernsehen das Dritte Fernsehprogramm SWR Fernsehen Rheinland-Pfalz. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten ist in diesen Orten der Empfang von DVB-T von den Standorten Kettrichhof, Kaiserslautern und Donnersberg nur stark eingeschränkt möglich.
Set-Top-Boxen für das Überallfernsehen unterliegen einem ständigen Preisverfall und können schon ab 30 Euro erstanden werden. Wurde bislang eine Dach- oder Zimmerantenne eingesetzt, kann diese auch für DVB-T Verwendung finden. In einigen Regionen ist der Empfang aber nur mit einer Dachantenne möglich. Dafür strahlen auch zwei Programme aus Luxemburg (RTL Télé Lëtzebuerg und 2ten RTL) und bis zu 18 Kanäle aus Frankreich über die Ländergrenzen hinweg.
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