Der Windows-Effekt: Gestern lief alles, heute geht nichts mehr
Backup-Strategien: Wo Daten sicher lagern
DVD-Hardware und Medien
Papier lässt sich noch nach vielen hundert Jahren lesen und Steintafeln überstehen ganze Ewigkeiten unbeschadet. Verglichen damit verlieren digitale Speicher wie Festplatten ihre Informationen schon nach wenigen Jahren. Wer seine Daten sicher aufbewahren will, kommt daher nicht umhin, regelmäßig Backups anzufertigen.
Vor dem leidigen Thema Backups drücken sich viele Anwender mehr oder minder erfolgreich. Man wähnt die auf Festplatte, CD, DVD oder Flashmedium abgelegten Daten sicher und kopiert sie daher eher sporadisch als regelmäßig auf andere Datenträger. Verabschiedet sich das Original tatsächlich einmal ins digitale Nirvana, existiert aber nur selten ein halbwegs aktuelles Backup. Ohne dieses haben dann auch Profis schlechte Karten, wie beispielsweise das von Bill Gates gegründete Corbis-Bildarchiv, das derzeit mehr als 80 Millionen Fotos umfasst. 1998 gingen einige davon aufgrund fehlerhafter Speichermedien unwiederbringlich verloren.
Inhalt
- Der Windows-Effekt: Gestern lief alles, heute geht nichts mehr
- Bei den Backup-Medien mit der Zeit gehen
- Kopierschutz-Mechanismen verhindern Sicherheitskopien
- CDs und DVDs
- Zuverlässiger: Markenprodukte statt Billigmedien
- Zusätzliche Fehlerkorrektur-Daten sorgen für mehr Sicherheit
- Festplatten
- SMART: Integrierte Selbstdiagnose-Funktion warnt vor Defekten
- Kontrolle vor Vertrauen: Zuverlässigkeit per Stresstest ermitteln
- Flash-Speichermedien
- Flashspeicher mit SLC-Chips leben länger
- Fazit: Selbstdisziplin schützt vor Datenverlust
Der Windows-Effekt: Gestern lief alles, heute geht nichts mehr
Backups sind bei digitalen Speichern besonders wichtig, da sich Defekte dort oftmals nicht äußerlich ankündigen. Das gilt zwar weniger für optische Massenspeicher wie CDs, DVDs, Blu-ray-Discs oder HD-DVDs, bei denen man durch einen Blick auf die Datenseite rasch einschätzen kann, ob dort sichtbare Kratzer oder gar Verfärbungen die Datenintegrität beeinträchtigen können. Dagegen sieht man Festplatten oder Flashmedien nicht an, wie es um ihren Gesundheitszustand bestellt ist. Zudem vollzieht bei digitalen Speichern der Übergang zwischen "Funktionieren" und "Defekt" viel abrupter als bei analogen Medien wie Papier oder Bücher.
Letztere kann jedermann auch dann noch lesen, wenn sie sich in keinem einwandfreien Zustand mehr befinden, also beispielsweise Eselsohren oder fleckige und eingerissene Seiten haben. Bei einem digitalen Datenträger umschiffen integrierte Fehlerkorrekturmechanismen mögliche Leseprobleme. Sollte das aber beispielsweise wegen zu vieler Kratzer auf einer CD nicht mehr gelingen, lassen sich die darauf gespeicherten Daten nicht mehr verwenden.
Bei den Backup-Medien mit der Zeit gehen
Der wichtigste Tipp lautet daher wenig überraschend: Daten lieber zweimal zu viel als einmal zu wenig kopieren. Das mag zwar ebenso lästig wie selbstverständlich erscheinen, ist aber letztlich die einzig wirksame Methode, um Daten langfristig sicher zu speichern. Bei der Wahl des Speichermediums sollte man aber auch mit der Zeit gehen und regelmäßig umkopieren: Wenn wichtige Daten zum Beispiel nur auf Diskette liegen, findet sich schon bei aktuellen Rechnern kein passendes Laufwerk mehr, das sie lesen könnte. Fein raus sind nur Anwender, die entweder ihre Original-Hardware behalten oder die Daten auf neuere Medien wie CDs übertragen haben.
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