Damenwahl und Monsterqual
Angespielt: The Witcher (mit Gewinnspiel)
Michael Dees
Der Hexer Geralt hat nicht nur seine ursprüngliche Haarfarbe verloren, sondern obendrein sein Gedächtnis. Immerhin hat er so den Kopf frei für zahlreiche Quests und gefährliche Kämpfe. Falls Sie den Recken auf seinen Abenteuern begleiten möchten, empfehlen wir Ihnen unser Gewinnspiel. Einfach die Frage am Ende des Artikels richtig beantworten und gewinnen: Je ein Buch und ein Spiel zum Rollenspiel "The Witcher".
Das 3D-Rollenspiel von Atari basiert auf Werken des polnischen Fantasyschriftstellers Andrzej Sapkowski. Wer sich bei diesem Namen schon schwer tut, darf sich im Spiel auf weitaus heftigere Zungenbrecher gefasst machen. Wie in allen mittelalterlichen Fantasyspielen tragen viele Prophezeiungen, Ortschaften und Personen Namen, die man besser nicht mit vollem Mund ausspricht.
Den Mund voll genommen haben die osteuropäischen Macher bezüglich des Kampfsystems. Revolutionär soll es sein - wieder einmal. Tatsächlich setzt "The Witcher" nicht auf schnödes Hack&Slay, in den Kämpfen mit teils sehr fantasievoll entworfenen Gegnern ist vielmehr Timing gefragt. Erfolgt ein Schwertstreich mittels Linksklick zu früh oder zu spät, nimmt das Gegenüber wenig bis gar keinen Schaden. Nur wenn im richtigen Augenblick zugeschlagen wird - signalisiert durch ein flammendes Schwert -, trägt die Spielfigur wirkungsvolle Kampfkombinationen vor.
Mit zunehmender Erfahrung eröffnen sich neue, zumeist offensive Fähigkeiten, die der Spieler anhand typischer Talentbäume aneinanderreiht. Der Kampfstil variiert je nach Gegnertyp. So lassen sich menschliche Gegner am effektivsten mit schnellen Bewegungen und leichten Klingen durchlöchern, wogegen zäherer Gegner besser mit wuchtigen Hieben bearbeitet werden. Als dritte Option kann der Spieler per Tastendruck in den Gruppenkampfmodus wechseln, der zwar insgesamt weniger Schaden anrichtet, dafür aber mehrere Gegner reihum rasiert. Geralt wäre kein Hexer, wenn er überdies nicht auf Magie Zugriff hätte.
Alternativ zur Schulterperspektive darf in die Draufsicht gewechselt werden.
Auf Brautschau im Fantasyland
Von Dämonen und Banditen gefürchtet, hat der "Weiße Wolf", wie er aufgrund seiner friedhof-blonden Zotteln auch genannt wird, bei den Damen einen guten Stand. Von Zeit zu Zeit schleppt Geralt Frauen ab und sammelt als Erinnerung Nacktbilder seiner Eroberungen. Ihn als Sunnyboy oder Strahlemann zu bezeichnen, würde jedoch jeder Wahrheit spotten. Geralt ist kein heiterer Hexer, kein Kumpeltyp, der sich selbstlos in die Dienste seiner Mitmenschen stellt. "The Witcher" lässt moralischen Ermessenspielraum, sodass es Hobbyhelden oft frei steht, Charakteren in misslichen Situationen beizustehen oder eben nicht. Bestimmte Entscheidungen können den Fortgang wie auch den Ausgang der zentralen Geschichte, die in unterschiedliche Enden mündet, verändern.
Grafisch umgesetzt wurde die raue, passimistische Fantasywelt mit der aus "Neverwinter Nights 2" bekannten Aurora-Engine. Geralts Marsch durch Städte, Höhlen und Landschaften wird regelmäßig durch Ladeunterbrechungen gestoppt, was zu Lasten der Atmosphäre geht, durch wunderbare Schauplätze und dynamische Tageszeiten samt Wetterwechsel jedoch wett gemacht wird. Anders als die nicht immer glänzende deutsche Sprachausgabe punktet die schöne Hintergrundmusik durchweg.
The Witcher
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Fazit: Ungemein atmosphärisches 3D-Rollenspiel, das dem Zeitgeist eine couragierte Absage erteilt. Die Sammelrate ist niedrig, die Klischeekiste nicht sperrangelweit offen und das Kampfsystem mehr als der x-te Hack&Slay-Aufguss. Wenn nur die vielen Abstürze nicht wären.
Gewinnspiel: Wie wird der Hexer Geralt noch genannt?
A: Brauner Bär
B: Weißer Wolf
C: Lila Lurch
Haben Sie die Lösung herausgefunden, schicken Sie diese einfach mit dem Betreff "Witcher-Gewinnspiel" und dem Lösungsbuchstaben A, B, oder C an redaktion(at)netzwelt.de. Einsendeschluss ist der 15. Dezember, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter nehmen nicht an der Verlosung teil. In diesem Sinne: Viel Erfolg!
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