Nutzer verklagt Internet-Anbieter Comcast
USA: Streit um BitTorrent-Bremse
Janko Röttgers
Der US-Internetanbieter Comcast hat still und heimlich damit begonnen, BitTorrent-Datenübertragungen zu behindern - und sich damit viel Kritik eingehandelt. Ein erster Kunde hat bereits eine Klage eingereicht, und die Azureus-Betreiberfirma will die US-amerikanischen Telekommunikations-Wächter einschalten.
Im August stellten zahlreiche Kunden des US-Internetanbieters Comcast fest, dass ihre BitTorrent-Datenübertragungen plötzlich extrem lange dauerten. Ebenfalls verdächtig: Versuche, Inhalte anderen Nutzern auch nach dem vollendeten Download weiter zu Verfügung zu stellen - im Torrent-Slang auch Seeding genannt - war komplett unmöglich. Comcast reagierte auf Kundenanfragen mit einer unverbindlichen Standard-Antwort. Man greife nicht in das Nutzungsverhalten seiner Kunden ein und unterbinde deshalb auch keine P2P-Übertragungen.
Bibel-Downloads ausgebremst
Spätestens im Oktober war klar, dass dies so nicht stimmt: Die Presseagentur AP versuchte testweise, die Bibel von einer Reihe von Comcast-Zugängen aus herunterzuladen. Das Resultat: In einigen Regionen der US waren die Downloads problemlos möglich, in anderen scheiterten sie jedoch ganz. Auch beim Seeding stellte die AP deutliche Probleme fest.
Grund für diese Behinderungen ist offenbar eine Lösung zur Kontrolle des Netzwerkverkehrs, die von der US-Firma Sandvine angeboten wird. Sandvines System blockt gezielt Bittorrent-Verbindungen zwischen Comcast-Nutzern und den Kunden anderer Netzanbieter.
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