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16.09.2007
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Hardware-Hersteller propagieren Mut zum Risiko

Overclocking: Das heikle Spiel mit Takt

Prozessoren & Overclocking

Uncoole Nebeneffekte

Über mögliche Langzeitfolgen des Übertaktens schweigen sich die Hersteller beharrlich aus. Entsprechende Tests und Studien würden wahrscheinlich unwirtschaftlich hohe Budgets verschlingen. Als eine Art Ruhekissen kann die extrem geringe Halbwertszeit von PC-Hardware herhalten - wer ohnehin auf jeden neuen Technologie-Zug aufspringt, ob wirklich notwendig oder nicht, braucht an ein eventuell frühzeitiges Ableben seiner Computer-Komponenten auch keinen Gedanken zu verschwenden. Eine solche Wegwerfmentalität macht den riesigen Müllberg aus IT-Schrott aber kein Stück kleiner.

Der größere Stromhunger der übertakteten Hardware leistet dabei einen vergleichsweise minimalen Beitrag zur Erderwärmung, weitaus bedenklicher sind vielmehr Umweltbelastung und Energiebilanz bei Herstellung und Entsorgung derselben. Höhere Frequenzen wirken sich allerdings nicht nur unmittelbar auf das betreffende Bauteil aus, sondern auch auf das gesamte Klima im Innern des PC-Gehäuses. Mit mehr Takt steigt neben der Geschwindigkeit auch der Anspruch an die Kühlung.

Höhere Temperaturen bedeuten höheren Materialverschleiß und können die Lebenserwartung eines schlecht belüfteten Systems drastisch senken, wenn es im System plötzlich heißer zugeht. Eine inkonsequent verlegte Wasserkühlung kann ebenso schädlich sein. Wer nur den Prozessor damit abkühlt und im Gegenzug etwa auf sämtliche Gehäuselüfter verzichtet, tut seinem Rechner auch keinen großen Gefallen. Zumal gerade die mit Overclocking-Funktionen bestückten Mainboards auf eine passive Kühlung setzen, die auf den Luftstrom des Prozessorkühlers angewiesen sind.

Overclocking Kühlung

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Ohne konsequente Kühlung geht
das Übertakten nicht lange gut.

Geduldetes Risiko

Noch nie war es so einfach, den PC zu malträtieren. Mainboards bringen spezielle Overclocking-Funktionen mit, Grafikkarten werden bereits mit erhöhter Frequenz ausgeliefert oder lassen sich per Treiber oder mitgelieferter Software kinderleicht jenseits der Spezifikation betreiben. Was leider fehlt ist eine ausführliche Dokumentation seitens der Hersteller. Wer schon mit Übertaktungspotenzial wirbt, sollte auch im Klartext auf mögliche Risiken eingehen. Im Handbuch wird meist in anschaulicher Art und Weise der Einbau der jeweiligen Komponente geschildert, nicht aber das richtige Verhalten beim Overclocking.

Wer der omnipräsenten Verführung zur Frequenzsteigerung wider besseren Wissens nachgibt, riskiert den völligen Verlust der Gewährleistung und stößt bei dem der Übertaktung vormals so offen gegenüberstehenden Hersteller plötzlich auf verschlossene Ohren, wenn es um Ersatzansprüche aufgrund verheizter Hardware geht. Über Sinn und Unsinn des Overclockings lässt sich streiten, doch eines steht fest: Aus einer veralteten Schnecke wird dadurch keine Rakete und es lohnt sich ebensowenig, eine Rakete durch verzichtbares Tuning zur Schnecke zu machen.


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