Brian De Palmas Kriegsdrama mit Elementen der Webkultur
Redacted: Kino im YouTube-Stil
Patrick Woods
Videoclips aus dem Internet beeinflussen jetzt auch Hollywood. In seinem neuen Film nutzt Regisseur Brian De Palma die Ästhetik von Videoclips, um sein Irakkriegsdrama authentischer wirken zu lassen. Mehr Nähe durch die verwackelte Camcorderperspektive. YouTube als Vorbild für Kinofilme.
"Redacted" heißt das neuste Werk des Regisseurs, der sich bereits mit Filmen wie "Mission: Impossible" einen Namen machte. De Palma zitiert sich mit diesem Film fast selbst: Denn schon 1989 drehte er ein Kriegsdrama mit sehr ähnlichem Inhalt. "Die Verdammten des Krieges", im Originaltitel "Casualities of War", beleuchtete ebenfalls die dunklen Seiten von US-Soldaten im Ausland.
In beiden Fällen zeigt De Palma, wie die Soldaten durch die Ausnahmesituation des Krieges, durch Fernweh und gruppendyamische Prozesse zu Bestien werden. Der Schauplatz hat sich dabei gewandelt. Statt mitten im Vietnamkrieg zu stecken, sind die Protagonisten aus "Redacted" im Irak stationiert. Neu ist dabei die Inszenierung der Geschichte, die auf wahren Tatsachen beruht.

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Szene aus Redacted: Soldaten unter sich
De Palma ließ sich von echten Videoclips von Soldaten im Irak inspirieren. Denn auf YouTube zeigen viele US-Soldaten, wie destruktiv sich die bedrohliche Fremde des Krisengebietes auswirken kann. Sie albern herum, beschimpfen Einheimische, spielen Actionhelden - und der Camcorder läuft mit. Auf YouTube und anderen Videoportalen finden sich etliche dieser Videos, die ein hautnahes, verwackeltes Bild des Krieges zeigen.
Das Stilmittel der Handkamera soll ein authentisches Gefühl der Nähe vermitteln und dem Film einen dokumentarischen Anstrich verpassen. Redacted skizziert den Alltag der Soldaten im Irak. Und er zeigt die nackte Hässlichkeit charakterlicher Facetten. Denn Redacted ist nicht rein fiktiv, es beruht auf wahren Tatsachen. Die Quellen sind YouTube, Überwachungsvideos und die Berichte eines französischen Kamerateams im Irak.
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