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28.08.2007
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Rechtsextreme Videos auch zur deutschen Version?

Kommentar: YouTube - Propaganda 2.0

Benjamin Schnitzler

Kommentar: YouTube - Propaganda 2.0

Das Web 2.0 hat YouTube reich gemacht. User stellen selbstgedrehte Filme ins Netz, schauen sich kurzweilige Clips an, kommentieren und bewerten. Leider ist YouTube auch reich an Nazi-Propaganda. Volksverhetzung und rechtsextreme Ideologien können sich nahezu ungefiltert ausbreiten. Ein unhaltbarer Zustand, der vor allem jetzt zu denken geben sollte: Denn es gibt bereits erste Hinweise für den baldigen Start der deutschen Ausgabe des Videoportals.

Es hat den Anschein, als sei YouTube mit der schieren Masse an selbst produzierten Videos schlichtweg überfordert - oder mache sich erst gar nicht die Mühe, offensichtlich den deutschen Nationalsozialismus des Zweiten Weltkriegs glorifizierende Filme vom Netz zu nehmen. Wer gezielt nach rechtsradikalen Inhalten sucht, wird in jedem Fall fündig. Eine Zensur scheint nicht stattzufinden, manche Nazi-Filmchen sind sogar bereits seit über einem Jahr online.

Brisanter Deutschlandstart

Eine aktuelle Entwicklung bringt noch mehr Brisanz in das ohnehin schon sehr heikle Thema. Im Quelltext von YouTube taucht bereits eine eindeutige Passage auf, die auf einen baldigen Start der deutschen YouTube-Version hindeutet. Bislang wurde das Videoportal in neun Sprachen für Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Holland, Polen, Japan und Brasilien übersetzt.

YouTube auf deutsch

Bild verkleinernBild vergrößern

Auszug aus YouTube-Quellcode deutet auf
deutsche Version hin (Klick vergrößert).

Umso mehr stellt sich nun die Frage, wie und ob das deutsche YouTube die Verbreitung von Nazi-Bildern und -Tönen eindämmen will. Die Suche nach einer hierzulande verbotenen Rechtsrock-Band etwa liefert gleich über 400 unzweifelhafte Ergebnisse. In den so genannten "Tags", die zur Kategorisierung der eingestellten Filme dienen, findet sich derweil nahezu jedes erdenkliche Schlagwort, das auch nur im Entferntesten mit dem Hitler-Regime oder ideologisch vergleichbaren Institutionen zu tun hat.

Keine Reaktion

Das von den Jugendministern sämtlicher Bundesländer ins Leben gerufene Portal "jugendschutz.net" widmet sich seit nunmehr zehn Jahren den neuen Medien mit dem Internet als Hauptdarsteller. Seit der Gründung beschäftigt sich die Prüfstelle für jugendschutzrelevante Online-Angebote mit dem Thema Rechtsextremismus. Dabei stieß sie auf ein gut organisiertes Propaganda-Netzwerk der Neo-Nazi-Szene, das sowohl Interessierte mit entsprechendem Material beliefert als auch jugendlichen Nachwuchs fördert. Nach Angaben des Politmagazins Report Mainz des SWR indizierte jugendschutz.net in den vergangenen Monaten über 100 YouTube-Videos mit aufstachelnden Hass-Botschaften.


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News Flash, am 05.12.2008 09:52

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