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27.08.2007
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Musikdownloads kostenlos und werbefinanziert

Spiralfrog im Test: Kostenloser Musik-Download

Janko Röttgers

Diese Konzentration auf den Browser kommt nicht von ungefähr: Spiralfrog setzt auf ganz gewöhnliche Bannerwerbung, um Geld mit den kostenlosen Downloads zu verdienen. Die Firma bemüht sich deshalb mit allen Kräften darum, Musikfans so lang wie möglich auf der eigenen Webseite zu behalten. Dazu gehören auch Tricks, die an Webseiten wie Rapidshare und Megaupload als an kommerzielle Musikangebote erinnern. So müssen vor dem Download eines Songs immer mal wieder Captchas gelöst werden. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Spiralfrog lässt Nutzer immer nur einen Song gleichzeitig herunterladen. Sobald ein Download abgeschlossen ist, muss der nächste manuell gestartet werden.

Genres nicht durchsuchbar

Das Herunterladen ganzer Alben wird Spiralfrog-Nutzern auch aus einem anderen Grund erschwert: Die Plattform besitzt in vielen Fällen nicht die Lizenzen für alle Songs einer CD. Hin und wieder sind die Lücken geradezu peinlich: Vom letzten Nelly Furtado-Album hat Spiralfrog gerade mal zwei komplette Songs im Angebot. Und von den aktuellen Top 10 der US-Albencharts gibt es bei Spiralfrog lediglich einen Titel, bei dem ebenfalls ein paar Songs fehlen.

Derartige Kataloglücken könnte man sicher als Geburtswehen durchgehen lassen - immerhin ist Spiralfrog noch mitten im Beta-Test. Leider gibt es jedoch auch im Bereich der Benutzerführung erhebliche Mängel. So ist es aus unerfindlichen Gründen nicht möglich, einzelne Genres zu durchstöbern. Stattdessen gibt es nur eine Hand voll Genre-Tipps, die Musikfreunde auf der Suche nach Neuem kaum befriedigen.

Auch die Suche nach Videos ist alles andere als befriedigend. Wer bei Spiralfrog auf den Menüpunkt "Video" klickt, bekommt einfach nur eine alphabetische Liste aller verfügbaren Clips angezeigt - ganz ohne Kontext oder Vorschau-Bild. Wer nicht ganz genau weiß, wonach er sucht, hat damit bei Spiralfrog schlechte Karten.

Fazit: Auf den Leim gegangen

Natürlich muss man Spiralfrog zugute halten, dass sie sich von der ursprünglichen Idee der Zwangsberieselung mit Werbeclips verabschiedet haben. Doch die Alternative ist leider nicht viel überzeugender. Spiralfrogs Patentrezept zum Generieren von Umsätzen lautet "Stickyness" - jene Zauberformel, mit der Online-Werber bemessen, wie lange ein Nutzer auf einem bestimmten Web-Angebot verbringt. Plattformen, die Nutzer lange beschäftigen, gelten dabei als besonders erfolgreich.

Spiralfrog versucht, diese Stickyness mit Leim zu erreichen. Man zwingt Nutzer zu lästiger Interaktion, anstatt ihnen gute Gründe zum Durchstöbern des eigenen Angebots zu geben. Wer sich an Kopierschutz nicht stört, wird sich vielleicht sogar den ein oder anderen Song bei Spiralfrog herunterladen. Immerhin ist es umsonst. Hartgesottene Fans schafft man sich mit solchen Methoden jedoch nicht.

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