Musikdownloads kostenlos und werbefinanziert

Spiralfrog im Test: Kostenloser Musik-Download

Janko Röttgers

Der US-amerikanische Anbieter Spiralfrog will den Online-Musikmarkt mit kostenlosen Downloads revolutionieren. Rechteinhaber sollen über Werbeeinnahmen vergütet werden. Ist Spiralfrog damit eine funktionierende Alternative zu Tauschbörsen - oder werden Nutzer durch eine Werbeflut vergrault? Wir haben uns das Angebot genau angeschaut.

Als Universal im letzten Jahr seine Zusammenarbeit mit dem Startup Spiralfrog bekannt gab, breitete sich für kurze Zeit Euphorie in der Musikwelt aus. Spiralfrog versprach Plattenfirmen Umsätze und Musikfans kostenlose Downloads. Finanziert werden sollte das ganze über Werbung, und als Launchtermin wurde bereits Ende 2006 angepeilt.

Die Euphorie flaute schnell ab, als dann im Herbst erste Details zu dem geplanten Angebot bekannt wurden. So sollten sich Nutzer ursprünglich für jeden heruntergeladenen Song 90 Sekunden Werbung anschauen. Der Download eines Albums hätte damit eine Werbepause von bis zu 20 Minuten erfordert.

Spiralfrog
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Spiralfrog: Derzeit leider nur in Amerika und Kanada verfügbar.
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Offenbar gibt es auch in der Branche selbst einige Zweifler an diesem Modell. Keine der anderen drei großen Plattenfirmen hat sich bisher zur Zusammenarbeit mit Spiralfrog entschlossen. Der Launch des Projekts verzögerte sich deshalb immer wieder. Im August startete Spiralfrog nun schließlich einen privaten Beta-Test. Von der ursprünglich geplanten Werbeflut ist dabei nicht viel übrig geblieben.

Immer nur einen Song

Spiralfrog steht derzeit nur US-Nutzern offen, denen man nach eigenen Angaben einen Katalog von insgesamt 700.000 Songs bietet. Neben Titeln von Universal-Labels finden sich dabei zahlreiche Songs von Indie-Plattenfirmen im Angebot.

Alle Songs werden als kopiergeschützte Windows Media-Dateien zum Download angeboten. Die Titel lassen sich auf bis zu zwei mobile Endgeräte übertragen - jedenfalls, wenn diese Microsofts etwas angegrautes DRM-System unterstützen. Ipod-Besitzer bleiben damit ebenso außen vor wie Zune-Nutzer. Ein Brennen der Titel auf Audio-CDs ist nicht möglich. Songs müssen zudem nach 30 Tagen neu lizenziert werden. Nutzer müssen dazu einen mehrseitigen Fragebogen beantworten, mit dem Spiralfrog mehr über die Konsumgewohnheiten seiner Zielgruppe erfahren will.

Video-Downloads sind offenbar für die Zukunft ebenfalls geplant. Bisher bietet Spiralfrog jedoch lediglich eine nicht genau bezifferte Anzahl von Musikvideos als Stream an. Diese lassen sich direkt via Browser-Plugin des Windows Media Players wiedergeben. Apropos Browser: Spiralfrog-Nutzer müssen sich einen proprietären Download-Manager installieren, bevor sie auf die Webseite zugreifen können. Danach lassen sich alle Funktionen direkt über den Browser abrufen, und die Software arbeitet diskret im Hintergrund.



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1 Kommentare im Forum
pastatube: also das ist ja auch ne richtig beschissene umsetzung! 20minuten werbung für ein album! würde lieber nen nachfragebasierten musikbetrieb aufziehen! sprich je mehr leute Musik kaufen desto teurer wird diese! aber naja glaube kaum das grosse labels o... weiter »
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27. August 2007