Web-Applikation ermöglicht Torrents per Handy
P2P ferngesteuert: µTorrent wird mobil
Janko Röttgers
µTorrent ist unter P2P-Freunden schon lange als eines der leistungsstärksten Bittorrent-Programme bekannt. Fans schätzen unter anderem die Web-Oberfläche, mit denen sich Torrent-Downloads von einem Zweitrechner aus steuern lassen. Diese Funktion ist dank der µTorrent mUI jetzt auch auf dem Handy verfügbar.
P2P-Verbot im Büro? Für µTorrent-Nutzer sind derartige Tausch-Verbote kein Problem: Sie lassen ihren Lieblings-Bittorrent-Client ganz einfach auf dem heimischen PC laufen und greifen vom Arbeitsplatzrechner aus per Browser darauf zu - die in das Programm integrierte Web-Oberfläche macht's möglich.
Ab sofort ist für eine derartige Fernsteuerung sogar nicht einmal mehr der Büro-PC notwendig. Stattdessen braucht man nur noch ein Handy mit einem integrierten Browser. Mit diesem steuert man dann die Webseite Utorrentmui.com an - und schon kann man Torrent-Downloads aus der Ferne starten, stoppen und überwachen.
µTorrent mUI im Detail
µTorrent mUI-Nutzer müssen dazu lediglich die IP-Adresse ihres Rechners, die von µTorrent genutzte Port-Nummer sowie ihren WebUI-Nutzernamen und ihr Passwort eingeben. Die Webseite stellt daraufhin eine Verbindung zu ihrem heimischen Rechner her - und wenig später erscheint eine Liste aller aktuellen Downloads auf ihrem Handy-Bildschirm.
Diese Torrent-Downloads lassen sich dann einzeln starten, pausieren, fortsetzen und abbrechen. Zu jedem Torrent gibt es zudem eine Detail-Seite, die Informationen wie etwa die Adresse des verwendeten Trackers und den aktuellen Up- und Download-Status verrät. Schließlich ist es auch möglich, einige grundsätzliche µTorrent-Einstellungen wie etwa die maximale Up- und Download-Geschwindigkeit aus der Ferne zu verändern.
Kein offizielles Firmen-Produkt
µTorrent wurde Ende letzten Jahres von der Firma des Bittorrent-Erfinders Bram Cohen aufgekauft. Die jetzt veröffentlichte mobile Oberfläche ist jedoch nicht Teil des Bittorrent-Imperiums, sondern das Produkt eines kreativen Fans. Der im Netz unter dem Pseudonym Mofle auftretende norwegische Programmierer wollte anfangs nur eine Lösung für sein eigenes Mobiltelefon basteln. Dann entschloss er sich jedoch dazu, die µTorrent mUI auch anderen Netznutzern verfügbar zu machen.
Mofle setzte auf eine Web-basierte Lösung, um mit möglichst vielen Handys kompatibel zu sein. Ein mobiler Java-Client schied damit aus. So ist es zum Beispiel nicht möglich, auf Apples iPhone Java-Programme abzuspielen. An seine Grenzen stieß Mofle auch schnell durch die fehlende Unterstützung seitens der µTorrent-Entwickler. So hat er bereits einen ganzen Blumenstrauß an zusätzlichen Funktionen geplant. Realisieren lassen sich viele davon jedoch nur, wenn µTorrent seine API frei gibt.
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