Weißer Wohnzimmer-PC Vaio VGX-TP1
Runde Sache: Sony bringt extravaganten HTPC
Benjamin Schnitzler
Fast schon heimlich hat Sony einen neuen Wohnzimmer-PC auf den Markt gebracht: weiß, kreisrund und vor allem klein. Dabei war bei der Präsentation auf der diesjährigen Consumer Electronics Show nicht einmal sicher, wann der Kompaktrechner überhaupt auf den Markt kommen würde. Innen setzt er auf stromsparende Notebook-Technik, äußerlich kann er problemlos neben den Systemen aus dem Hause Apple bestehen.
Ausreichend flottes Arbeiten mit Internet-Browser und Office-Software verspricht ein Intel Core 2 Duo mit zwei Prozessorkernen zu 1,83 Gigahertz, der auch schon beim vom netzwelt getesteten HTPC Vaio LA zum Einsatz kam. Passend zum Ressourcenhunger von Windows Vista stecken zwei Gigabyte Arbeitsspeicher im Gehäuse, dass entfernt an eine veredelte Käseschachtel erinnert.
Für den Unterhaltungswert sorgt ein TV-Empfänger für digitales Kabelfernsehen im HD-Format. Über den eingebauten HDMI-Port schickt er hochauflösende Bewegtbilder entweder an ein "HD Ready"-Fernsehgerät oder einen Flachbildschirm. Über einen digitalen S/PDIF-Ausgang gelangt Musik und Filmklang bei Bedarf nahezu verlustfrei zum Hi-Fi-Receiver. Dabei gestatten die mitgelieferte Fernbedienung sowie die Funktastatur mit eingebautem Touchpad eine bequeme Steuerung vom gemütlichen Sofa aus.
Als Festplatte dient ein Magnetspeicher aus dem Reich der PC-Hardware, der eine Kapazität von 300 Gigabyte mitbringt und mit 7.200 Touren pro Minute deutlich schneller arbeitet als ein entsprechendes Notebook-Pendant. Verkabeltes Netzwerken in Gigabit-Geschwindigkeit steht leider nicht bereit, dafür ist Wireless LAN für schnurloses Internetsurfen bereits inklusive.
Langsame On-Board-Grafik macht den Vaio TP1 nur äußerst eingeschränkt spieletauglich, aber auch genügsam. Obwohl der maximale Energiebedarf mit 130 Watt angegeben wird, dürfte der Stromverbrauch im Normalbetrieb bloß etwa die Hälfte betragen. Im US-Online-Shop des japanischen Elektronikriesen liegt der Vaio VGX-TP1 bei einem Preis von 1.599 Dollar, was umgerechnet etwa 1.167 Euro entspricht.
Nur auf den ersten Blick liefert der Mac mini das bessere Angebot. Obwohl die Preise für den weißen Apple-Winzling schon bei 619 Euro beginnen, kostet er bei gleichem Prozessortakt und mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher bereits 1.269 Euro - ohne Eingabegeräte und mit lediglich 160 Gigabyte Festplattenspeicher. Einziger Nachteil: Noch ist der Sony Vaio TP1 nicht in Deutschland erhältlich.
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