Internet-Bezahldienst mit optionaler Plastikkarte
Wirecard: Zahlen mit der virtuellen Prepaid-Kreditkarte
Internet & Netzwelt
Geld für mich, Geld für die Bank
Sollte man nicht zu den glücklichen Produkttestern gehören, denen die Wirecard Bank ein kleines Guthaben zum Ausprobieren überlässt, ist das angelegte Konto erwartungsgemäß erst einmal leer. Mittels Überweisung oder Lastschrifteinzug lassen sich auf gewöhnlichen Bankkonten gelagerte Mittel auf das Wirecard-Konto übertragen. Das Lastschriftverfahren ist allerdings noch nicht in Österreich und der Schweiz verfügbar. Westbrock: "In absehbarer Zeit werden wir das ergänzen."
Alternativ kann auch eine bereits vorhandene Kreditkarte bemüht werden. Wer mag, kann ebenso eine Bareinzahlung vornehmen. Zusätzlich erlaubt die so genannte Peer-to-Peer-Überweisung die Übertragung von Geldmitteln an ein anderes Wirecard-Konto. "Sicherheit für das P2P-Verfahren garantieren Mobile-TANs," ergänzt Westbrock. Die TAN erhält der Überweisende per SMS auf sein Handy.
Je nach Art des Guthabeneingangs erhebt die Wirecard Bank unterschiedlich hohe Gebühren: Bei Nutzung einer Kreditkarte behält die Bank drei Prozent des eingezahlten Betrags, mindestens aber einen Euro ein; bei Lastschrift sind es 1,99 Prozent oder ebenfalls ein Euro. Sicherster und auch bei größeren Beträgen günstigster Weg ist die Überweisung: Hier zweigt die Bank unabhängig vom Betrag stets einen Euro ab. Über Gebühren glücklich kann sich fühlen, wer sein Guthaben von einem anderen Wirecard-Kunden per P2P-Überweisung erhält: In dem Fall zahlt nur der Überweisende 50 Cent.
Wirecard im (Auslands-)Einsatz
Mit der optionalen Plastikkarte hat der Wirecard-Nutzer gegen Gebühr auch am Geldautomaten Zugriff auf sein Guthaben, und zwar weltweit. Die Abgabe macht zwei Prozent des abgehobenen Betrags aus, mindestens aber 4,50 Euro. Wer sich mit Kreditkarten kaum auskennt, mag das für viel halten. "Im Vergleich mit anderen Kartenbetreibern stehen wir damit aber gar nicht so schlecht da", meint Westbrock.

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Die Buchungsübersicht der Wirecard (Klick vergrößert.)
Der Blick auf eine Tariftabelle bestätigt: Unter den Anbietern von Kreditkarten ohne zeitabhängige Nutzungsgebühr bieten nur die Advanzia Bank sowie die Deutsche Kreditbank das Abheben von Bargeld an fremden Automaten kostenlos an. Citibank, Comdirekt, American Express oder die Quelle-Hausbank erheben dafür eine Gebühr von drei bis vier Prozent oder mindestens fünf bis sieben Euro. Im Gegensatz zur Wirecard Bank verfügen jedoch alle Anbieter bis auf American Express über ein mehr oder weniger dichtes Netz eigener Automaten, an denen der Kunde kostenlos Bargeld abheben kann.
Wenn einmal nicht in der Währung des Kontos eingekauft wird, berechnet die Wirecard Bank AG eine Nutzungsgebühr von 1,5 Prozent des Umsatzes. Der Vergleich zeigt wiederum, dass die in der Tabelle aufgeführten Anbieter für den Einkauf in Auslandswährungen ebenfalls 1,5 bis zwei Prozent verlangen. Während des netzwelt-Tests schien es zuerst so, als ob auch für Zahlungsabwicklungen im Euro-Raum eine Gebühr anfiele.
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