Nützliche Tipps von Prozessor bis Netzteil
Ratgeber: Stromspar-PC im Eigenbau
Komplettsysteme
Ein energiesparender PC rechnet sich gleich doppelt - er kostet wenig und hält die Stromrechnung niedrig. Außerdem erzeugt die genügsame Hardware weniger Wärme und bereits sehr leise Mittel sorgen für ausreichende Kühlung. Doch nicht immer ist das billigste Angebot automatisch das Beste. Netzwelt zeigt, worauf es beim "Öko-Computer" ankommt.
Inhalt
- Prozessor-Grundlagen
- Intel: Finger weg von alten Heizern
- AMD: Von "EE", "LV" und "BE"
- Mainboard
- Grafikkarte
- Arbeitsspeicher
- Netzteil
- Bildschirm
- Schlusswort
Ein genügsamer Rechner muss heutzutage keine Spaßbremse mehr sein. Denn dank Dual Core liefern selbst die günstigsten und langsamsten Prozessoren (CPUs) genügend Leistung für Video-Wiedergabe, Office-Software, Bildbearbeitung und internetbasierte Freizeitgestaltung. Für knapp über bis weit unter 100 Euro wohlgemerkt. Interessant für den Aufbau eines stromsparenden PCs ist die so genannte "Thermal Design Power", kurz TDP. Der in Watt angegebene Wert beziffert jedoch nicht den tatsächlichen Energiebedarf der CPU, sondern die maximal abzuführende Verlustleistung, sprich Wärme.
Einfach ausgedrückt gilt in der Natur allerdings ein ungeschriebenes Gesetz, dass alles, was irgendwo hineingeht, auch wieder auf irgendeine Art und Weise herauskommen muss. Ein Prozessor etwa, der besonders viel Energie in Form von Strom aufnimmt, muss auch mehr davon in Form von Wärme abführen. Folglich kann die TDP immerhin indirekt auf den Stromverbrauch hindeuten. Aktuelles Beispiel: Eine Quad-Core-CPU von Intel mit 2,666 Gigahertz besitzt mit 130 Watt eine exakt doppelt so hohe TDP wie ein Zwei-Kern-Prozessor bei gleicher Taktfrequenz.

![]()
![]()
Intels Core 2 Duo zählt zu den
effizientesten Dual-Core-CPUs.
Intel: Finger weg von alten Heizern
Wer ein System mit möglichst geringem Stromverbrauch aufbauen möchte, sollte also nach einer möglichst niedrigen TDP Ausschau halten. Die beste Partie machen ambitionierte Sparer nach wie vor mit einer Single-Core-CPU, da diese nur einen Kern mit Energie versorgen muss. Dies gilt allerdings nicht für die Modelle aus Intels älterer Celeron D- beziehungsweise Pentium D-Serie, denn hier liegt die TDP sogar noch um mindestens 30 Watt höher als bei einem modernen Dual-Core-Prozessor.
Obwohl die betagten Taktgeber schon deutlich günstiger zu haben sind, treiben sie die Stromrechnung im Gegenzug unnötig in die Höhe. Deutlich effizienter gehen dafür die neuen Vertreter der Celeron S-Reihe mit einer TDP von gerade einmal 35 Watt zu Werke. Nachteil: Wenn gerade keine Arbeit ansteht, werden sie zwar in den "Enhanced Halt State" (C1E) versetzt, der Prozessortakt und Spannung reduziert, dafür unterscheiden sie lediglich zwischen "ganz oder gar nicht" und arbeiten selbst bei geringen Anforderungen wieder mit voller Kraft.
Dagegen beherrschen der Core 2 Duo sowie der neue Pentium DualCore das volle Stromsparspektrum und passen zusätzlich ihre Taktfrequenz automatisch an die momentan geforderte Leistung an. Wer für sein grünes Gewissen möglichst wenig Performance opfern möchte, sollte zu einem Pentium DualCore mit dem Kürzel "E2xxx" oder einem Core 2 Duo "E4xxx" greifen, da diese über einen langsameren Front Side Bus als die kostspieligeren Werkskollegen verfügen. Das spart Strom und dank den zwei Prozessorkernen kommt auch die Leistung nicht zu kurz. Fungiert der PC bloß als bessere Schreibmaschine, ist ein Celeron S die sinnvollere Wahl.

![]()
![]()
AMD führt auch speziell zum Strom-
sparen entwickelte Prozessoren.
In puncto Stromsparen lag Intel-Konkurrent AMD lange Zeit vor dem Mitbewerber, musste dafür bei der Effizienz eine Schlappe hinnehmen, da der Core 2 gemessen am Energiekonsum eine deutlich höhere Leistung erzielt als der Athlon 64 X2. Allerdings blieben die AMD-Entwickler nicht untätig und reizten das Spar-Potenzial ihrer mittlerweile recht betagten Technologie weiter aus. Dadurch konnte die TDP bei vielen Prozessoren von 89 auf 65 Watt reduziert werden. Die Dual-Core-CPUs mit einem besonders gemäßigten Energiehunger tragen die Zusatzbezeichnung "EE", die Kurzform für "Energy Efficient".
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Hardware, Komplettsystem, Verbraucher-Ratgeber, Öko-Special
-
PC-Hardware: Die Preisspirale dreht sich weiter
Tiefstpreise bei Prozessoren & Co. -
Intel Core i7 offiziell vorgestellt und bereits verfügbar
Intel bleibt dem eigenen Rhythmus treu -
Via Nano für alle: Intel bekommt Konkurrenz
Via erschließt sich den Mainstream-Markt
Links zum Artikel
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Wer sich einen noch sparsameren Rechner bauen will, sollte mal auf
Teil I: 15 Watt PC im Selbstbau (erste Photos)
schauen. Dort wird der Selbstbau eines 15 Watt PCs erklärt.
safexy
für alle, die, so wie ich, nicht selber bauen wollen: auf www.pcgreen.de gibts auch stromspar pc. laut anderen foren soll er garnicht so übel sein. ich hab mir auf jeden fall gerade mal einen bestellt :)
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben



