Auf den Spuren der Fritz!Box7170
Klonkrieger im Test: T-Com-Router Speedport W 900V
Christian Grohmann
Ein anderes Gehäuse, ein paar innovative Firmware-Gimmicks und schwupps - schon ist der Klon-Router fertig. Ganz so einfach wie es etwa SMC und Siemens gemacht haben, ist es mit dem Speedport W 900V und der Fritz!Box 7170 nicht. Der Telekom-Hausmarkenrouter ist mit integriertem Anrufbeantworter und DECT-Funkstation kein einfacher Klon. Doch wo geklont wird, gehen trotz Aufwertung auch ein paar Details verloren.
Optisch sieht der Speedport überhaupt nicht wie ein Klon aus: Während die Fritz!Box mit fünf LEDs auskommen muss und eher auf ein aerodynamisch-flaches Design setzt, hat der Speedport gleich zwölf grüne Lichter. In der Form dominiert der schlichte, abgerundete Winkel. Dadurch wirkt das Gehäuse zwar ein wenig gewöhnlich, aber auch robust. Robust ungewöhnlich dagegen zeigt sich die Rückseite: Ein fest integrierter Standfuß lässt den Router auf vier Gummifüßen hinreichend sicher auf der Längsseite stehen; gleichzeitig bildet er eine geschützte Landebucht für die darunter liegenden Ports.
Inhalt
- Angenehmer Abstandhalter
- Leichte Installation bei leisem Zirpen
- Von der Browserschnittstelle zur automatischen Konfiguration
- Telefonieren = 2 + 6 AB+ X
- Komplexe Telefonanlage: Leistungsmerkmale und Mängel
- USB: Drucker und Speichermedien
- WLAN & Netzwerk: Interne Uhr ohne Nutzen
- Fazit: Netzwerkbasis für Haus und Büro
Zu den Anschlüssen zählen zwei Ports für DSL und Festnetz beziehungsweise ISDN, vier LAN-Buchsen sowie der obligatorische Stromanschluss. ISDN-Telefon oder -Nebenstellenanlage können an dem vorhandenen ISDN-S0-Bus angeschlossen werden. Direkt daneben befindet sich außerdem ein Schalter, mit dem das interne Modem deaktiviert wird. In dieser Betriebsart kann ein externes VDSL-Modem den Zugang zu noch schnellerem Internetvergnügen ermöglichen. Möglicherweise funktioniert so auch der Betrieb an einem Kabelanschluss.
Die F-Stecker zweier analoger Endgeräte wie Telefon oder Fax müssen oberhalb der Landebucht fest machen, ihre Kabel werden jedoch ebenfalls durch die Bucht geführt. Mittig auf der Gehäuserückseite lässt sich eine Halterung befestigen, mit deren Hilfe der Speedport an festem Mauerwerk andocken kann. Doch selbst dann sind die beiden, nahe den Kanten befindlichen, Tippschalter für WLAN und DECT dank großzügigem Abstand immer noch mit der Hand erreichbar. Für die Bedienung des Reset-Knopfes wird jedoch eine zurechtgebogene Büroklammer von Nöten sein, soll der Speedport einmal auf die Werkseinstellung zurückgesetzt werden.
Leichte Installation bei leisem Zirpen
Darin glänzt die Telekom: Dank umfangreicher Dokumentation und beiliegenden Kabeln ist die Installation nach dem Schema für DSL-Kombigeräte schnell vollbracht: Mit rund 50 Seiten ist die gedruckte Kurzbedienungsanleitung umfangreicher als manche Volldokumentation. Auf weitere - wenn auch nicht alle - Fragen geht das knapp dreimal so starke PDF-Handbuch auf der mitgelieferten CD ein.
Wer sein Gehör noch nicht allzu sehr zerstört hat, könnte mit dem Einstecken des Netzteils allerdings eine unangenehme Überraschung erleben: Sobald das Gerät unter Strom steht, verströmt es einen leisen, hochfrequenten Piepton im Raum. Was in Büroräumen mit summenden Gehäuselüftern und Kopierern kaum auffällt, kann im stillen, heimischen Arbeitszimmer durchaus den letzten Nerv töten. Abhilfe schafft nur der Austausch des Netzteils.
Angenehmer ist das Netzteil dagegen in Handhabung und Stromverbrauch: Der flache Trafo passt zwischen die Stecker auf jeder Euro-Leiste, im Normalbetrieb konsumiert er mit eingeschaltetem WLAN knapp sieben, ansonsten zwischen fünf und sechs Watt. Laut Hersteller nimmt der Speedport maximal 13 Watt Leistung auf. Mit dem richtigen Telefon ist das in Anbetracht der Vielzahl integrierter Funktionen richtig sparsam.
Speedport W 900V
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