Die geplatzten Versprechungen des Digitalfernsehens
DVB-T: Die digitale Mogelpackung
DVD-Hardware und Medien
Das Überallfernsehen soll es sein. Den Zuschauern wurde digitale Bildqualität versprochen. Doch jetzt, fünf Jahre nach dem ersten Start des digitalen Antennenfernsehens, macht sich Ernüchterung breit. Pixeliges Bild, Aussetzer wegen schwachem Empfang und abseits der Ballungsgebiete gibt es nur öffentlich-rechtliche Sender über DVB-T. Zeit für ein Zwischenfazit.
Es klang so gut: Das alte, technisch abgehängte terrestrische Fernsehen über die Antenne wird durch modernes Digitalfernsehen ersetzt. Mehr Sender, mehr Qualität, mehr Komfort. Und das auch noch kostenlos. Doch jetzt, wo es Realität geworden ist, zeigt sich DVB-T als das ungeliebte Stiefkind der TV-Übertragung.
Inhalt
- Spar-TV statt Luxusfernsehen
- Flaschenhals Bandbreite
- Die Tricks der Sender
- Die Vorteile von DVB-T
- Kein Dolby Digital mehr bei den Privaten
- Für wen lohnt sich DVB-T?
- Chancen für die Zukunft
Aus Kostengründen wird nicht nur am Angebot, sondern auch an der Qualität gespart. Besonders die Privatsender scheuen die hohen Lizenzkosten, die für einen DVB-T-Sendekanal anfallen. So bleiben weite Teile Deutschlands ausschließlich den Öffentlich-Rechtlichen vorbehalten.
Durch die digitale Übertragungstechnik findet heute nicht nur jeweils ein Sender pro Kanal Platz, sondern gleich vier. Das vergrößert die Senderanzahl. Dagegen stehen die Schattenseiten. Denn diese vier Sender müssen sich die verfügbare Bandbreite des Kanals teilen. Diese liegt insgesamt je nach Sendegebiet zwischen zwölf und 14 MBit/s.
Damit ist klar, dass aus der versprochenen DVD-Qualität nichts werden kann. Denn bei durchschnittlich drei MBit pro Fernsehsender reicht die Qualität nicht, um der Silberscheibe das Wasser reichen zu können. Denn diese bietet bis zu 9,8 MBit Datenstrom. Nur für Video - wohlgemerkt. In den drei MBit für DVB-T sind auch noch der Ton, Videotext und weitere Daten enthalten. Die reine Videobandbreite liegt im Schnitt oft bei zwei MBit oder weniger.

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Verpixeltes Kinovergnügen: 83 Minuten Actionfilm auf 1,34 Gigabyte DVB-T-Daten gequetscht
Bei schnellen Bewegungen gerät das MPEG2-Format von DVB-T an seine Grenzen. Norbert Riepl von T-Systems, zuständig für die technische Umsetzung für DVB-T, erklärt: "Wenn ein Anbieter einen kompletten Kanal gemietet hat, kann er selbst bestimmen, wie die Bandbreite unter den Sendern dieses Kanals verteilt wird." Die Anforderungen an die Bandbreite sind jedoch nicht konstant.
"Die Datenrate kann dynamisch unter den Sendern eines Kanals verteilt werden, wenn ein Sender weniger braucht als ihm zugewiesen ist und bei einem anderen mehr benötigt wird", so Riepl weiter. Doch bei Actionfilmen oder Sportsendungen lassen sich unschöne Komprimierungsartefakte auch mit der dynamischen Bandbreitenverteilung nicht vermeiden.

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DVB-T ist nichts für schnelle Action
(Klick vergrößert)
Um diese unansehnlichen Anzeichen für zu geringe Videobitrate zu mildern, greifen die Sender in die Trickkiste. Denn je geringer die Auflösung, desto weniger leicht entstehen diese Artefakte oder sie fallen weniger auf. Deshalb strahlen einige Sender nicht in der vollen DVB-Auflösung von 720 mal 576 aus, sondern beispielsweise mit 544 mal 576. Ein anderes beliebtes Mittel sind vorgeschaltete Weichzeichner, die ebenfalls Blockartefakten vorbeugen sollen.
Mit deren Hilfe wird das Bild geglättet, sodass die mangelnde Bildqualität damit im wahrsten Sinne 'verwischt' wird. Das alles geht aber deutlich auf Kosten der Bildschärfe. Die extrem weichgezeichneten Bilder mancher Sender erreichen gerade die Schärfe einer VHS-Videokassette. Vom Fernsehen der neuesten Generation kann da kaum die Rede sein.
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Zitat:
Für mich und einige Andere ein sehr informativer Bericht.
Nur welcher OTTO-Normal kennt solche Ausdrücke?:
Zitat:
Was soll damit gesagt werden?
Zitat:
Und das?
Ich als OTTO-Normal würde sagen,Ich habe 83 Minuten Actionfilm auf eine 700MB-Scheibe gequetscht,und ich finde es gut.
Wie gesagt,nichts gegen den Bericht,aber warum nicht ausführlicher und für OTTO verständlich?
M.f.G.
Zitat:
M.f.G.
Ich denke mal der OTTO findet sich hier in diesem Forum eher selten, ggf. kann er seine notwendigen Informationen, so er denn von DVB-T schon gehört hat, aus der einschlägigen Presse ziehen, deren Verständlichkeit natürlich, da ein technischer Redakteur sie geschrieben hat, auf VHS-Niveau liegt.
Bitte keine übertriebene Simplifizierung, wenn ich mir hier anschaue, auf welchem technischen Kenntnisstand hier diskutiert wird - wo ist OTTO, mal von SU abgesehen :wall:
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