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25.05.2007
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Gefahr durch Online-Shopping?

Kaufsucht: Wenn Einkaufen zwanghaft wird

Internet & Netzwelt

Kaufsucht: Wenn Einkaufen zwanghaft wird

Was, schon so viel? Ungläubig wechselt der Blick zwischen Warenkorb und Bestell-Button. So viele Artikel waren nicht geplant, es sollte doch nur der neue Harry Potter werden. Zu spät, scheinbar magisch bewegt sich der Mauszeiger zur Bestell-Bestätigung. Der finale Klick bringt Vorfreude auf die bevorstehende Lieferung, aber hinterlässt auch ein ungutes Gefühl im Bauch. Schon wieder mehr ausgegeben als beabsichtigt. Bin ich etwa kaufsüchtig?

Bequeme Welt: im Internet surfen, dabei auf der Couch liegen und komfortabel die neuen Schuhe für den Sommer auswählen. Zu den Schuhen gesellen sich noch ein paar kurze Hosen, die Sonnenbrille will auch an den aktuellen Stil angepasst werden. Es ist so einfach, viel im Internet zu kaufen. So schnell wie die Datenübertragung heute funktioniert, so schnell kann allerdings auch jedes Budget verbraucht sein. Spätestens dann ist normalerweise klar, dass nun Schluss sein sollte.

Über das Internet kann nahezu alles bestellt werden, was man sich wünschen kann

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Über das Internet kann nahezu alles bestellt werden, was man sich wünschen kann. Die Auswahl erscheint grenzenlos.

Für Menschen, die unter Kaufsucht leiden, ist es nicht möglich aufzuhören. Ständig unter Druck, verschafft ihnen nur der Einkauf kurzzeitig Linderung. Dabei steht nicht im Vordergrund was, sondern nur dass gekauft wird. Erworbene Güter werden manchmal nicht benutzt oder teilweise gar nicht erst ausgepackt. Kaufsucht, Kaufzwang oder auch pathologisches Kaufen bezeichnet wiederholt auftretendes, zwanghaftes Kaufen von Konsumgütern und Dienstleistungen.

Eine im Jahr 2005 durchgeführte Studie der Forschungsgruppe Kaufsucht der Universität Hohenheim zeigte, dass sechs Prozent der ostdeutschen und acht Prozent der westdeutschen Bürgerinnen und Bürger als stark kaufsuchtgefährdet einzuschätzen sind. Frauen sind zudem mehr gefährdet als Männer, was nicht zuletzt auf die klassische Arbeitsteilung in der Gesellschaft zurückzuführen ist. Das Phänomen Kaufsucht wird seit 1989 in Deutschland untersucht; 1991 folgte die erste repräsentative Untersuchung zu diesem Thema.

Wann bin ich kaufsüchtig?

Ein mieser Tag, Ärger im Job, Stress in der Beziehung: Die Gelegenheiten sich einmal zu verwöhnen sind vielfältig. Frustkäufe helfen über Unangenehmes hinweg und trösten durch den Alltag. "Das musste ich mir einfach mal gönnen", ist ein geläufiger Ausspruch, der rechtfertigen soll, was auf diese Art angeschafft wurde. Das Phänomen Frustkauf ist noch keine Kaufsucht. Das ändert sich, sobald es regelmäßig geschieht. Menschen, die wiederholt einkaufen, um das Wohlbefinden zu steigern oder um schlechte Erlebnisse zu verarbeiten, machen den ersten Schritt in die Abhängigkeit.

Anders als etwa Alkohol- oder Drogensucht ist die Kaufsucht nicht stoffgebunden. Die Merkmale ähneln anderen Süchten jedoch stark. Betroffene verspüren einen Drang zu kaufen, der stärker ist als der eigene Wille. Dazu entwickelt sich das Kaufen hin zum einzigen Befriedigungsmittel, das den Betroffenen bleibt, um Wohlgefühl zu erfahren. Oft drehen sich die Gedanken nur noch um die nächste Anschaffung. Wünsche und Verlangen beschränken sich ausschließlich aufs Kaufen. Wie bei anderen Abhängigkeiten klagen Menschen, die unter Kaufzwang leiden, bei Entzug über starke innere Unruhe, Depressionen und in ganz schweren Fällen auch über Selbstmordgedanken.


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News Flash, am 09.01.2009 04:27

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