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16.05.2007
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Hintergründe und Fakten

Digitalkamera-Technik: Der Messsucher

Digitalkamera

Konkurrentin Spiegelreflex

Die Messsuchertechnik und die damals damit verbundene Kleinbildfotografie etablierte sich mit dem Erfolg der Leica und Zeiss Ikons "Contax"-Kameras. In den Dreißigerjahren stellte die Firma Ihagee aus Dresden mit der Kine-Exakta die erste Kleinbildkamera vor, die das Spiegelreflexprinzip statt eines Messsuchers nutzte. Die frühen SLR-Kleinbildkameras waren allerdings noch teurer als die bekannten Messsuchersysteme und verwendeten in erster Linie Schachtsucher. Dieser war mit dem Komfort (Kamera auf Augenhöhe) und der Geschwindigkeit eines Messsuchers nicht vergleichbar, zumal der Schachtsucher das Bild seitenverkehrt darstellte.

Das Pentaprisma war zwar bereits 1932 von Kurt Staudinger als Patent angemeldet worden, die Kamerahersteller nutzen es aber kaum. Einerseits galt die Genauigkeit eines Messsuchers zu der Zeit als unübertrefflich, andererseits war das zur Verfügung stehende Glas nicht gut genug und so der Lichtabfall eines Pentaprismas zu groß. Kompromisse wie das Flektoskop, ein Spiegelkasten von Zeiss, waren schwer und zeigten das Sucherbild auf dem Kopf stehend an. So boomten in den 50er Jahren noch die M-Systeme. Nach preislicher Annäherung beider Systeme folgte Ende der Sechzigerjahre, nach stetiger qualitativer Verbesserung, der Siegeszug der Spiegelreflexfotografie.



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Aufbau eines Messsuchers mit Linsen, Prismen und Leuchtrahmen (hier in der Zeiss Icon) schematisch dargestellt. Darunter sehen Sie das tatsächliche Bauteil. Dort ist der Übertragungsregler von der Objektivschnecke zum Drehspiegel deutlich zu sehen. Bilder: Carl Zeiss

Vorteile der Messsucher-Technik

Während der Kamerainnenraum einer Spiegelreflexkamera Platz für einen Schwenkspiegel bieten muss, kann der Platz beim M-System für die Objektivkonstruktion genutzt werden: M-Linsen sind für kürzere Schnittweiten gerechnet und bieten bei geringerem Durchmesser höhere Lichtstärken. Auch die Verzeichnungseigenschaften der Messsucher-Optiken sind dank der Konstruktionsmöglichkeiten besser. Für die digitale Fotografie heute gilt außerdem: Je besser die optische Leistung des Objektivs, desto weniger Abbildungsfehler, wie zum Beispiel chromatische Aberration, treten auf. Daher ist die hohe Qualität der größtenteils alten M-Objektive an den digitalen Modellen von Epson und Leica entscheidend mitverantwortlich für deren hohe Abbildungsleistung.

Durch die Unabhängigkeit der Messsuchermechanik vom verwendeten Objektiv bleibt die Messgenauigkeit konstant, egal welche Optik der Fotograf verwendet. Bei einäugigen Spiegelreflexkameras ist die Scharfeinstellung unter ungünstigen Lichtverhältnissen tendenziell schwieriger. Während das dunkle Sucherbild der SLR das manuelle Fokussieren erschwert, der Autofokus modernerer SLRs meist auf Kontrastmessung basiert und so ebenfalls seinen Dienst versagen kann, bleibt die Motivhelligkeit beim Messsucherverfahren durch das Wegfallen der Mattscheibe und des Pentaprismas erhalten.

Spiegelreflexkameras mit Springblende trotzen zwar dem Lichtmangel, gehen aber in der Konstruktion wieder auf Kosten der Lichtstärke und lösen beim Fotografieren eine Bewegung im Objektiv aus. So wird einerseits ein Geräusch und andererseits eine Erschütterung erzeugt. Im Dunkeln können die Erschütterungen durch Springblende und Spiegelschlag ausreichen, um das Bild zu verwackeln. Die von manchen Kameras angebotene Spiegelvorauslösung verhindert ein Verwackeln, sie ist aber für spontane Aufnahmen ungeeignet. Fotografen, die auf Ruhe bei der Aufnahme angewiesen sind, greifen noch immer gerne zum Messsucher.


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