Kommunikationssucht im Internet
Chatsucht: Wer ist hier gefährdet?
Internet & Netzwelt
Blogs, Chats, E-Mails, Foren, Instant-Messenger und virtuelle 3D-Welten: Sie sind in der modernen Internet-Welt die erfolgreichsten Massenkommunikationsmittel, auf die niemand mehr verzichten mag. Für manche Menschen sind diese Plattformen jedoch mehr als nur praktisch und informativ - sie sind der Internet-Kommunikation regelrecht verfallen.
Während der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige und deren Angehörige", kurz HSO 2007 e.V., die Kommunikationssucht ebenso wie die Online-Sexsucht und Online-Spielsucht als Unterkategorie der Onlinesucht ansieht, möchten Experten diese Differenzierung nicht uneingeschränkt teilen. Prof. Dr. Matthias Petzold, Diplom-Psychologe und Dozent an der Universität Köln, schildert im netzwelt-Interview seinen Standpunkt zur so genannten "Chatsucht".
Netzwelt: Herr Petzold, ist Ihnen die Kommunikationssucht als Untergruppierung der Onlinesucht bekannt?
Petzold: Kommunikationssucht ist mir als Fachbegriff völlig unbekannt. Ich würde auch vorsichtig sein, den Suchtbegriff anzuwenden. Man spricht im medizinischen Sinne von stoffgebundenen und stoffungebundenen Abhängigkeiten. Kommunikationssucht ist jetzt ein sehr populäres Wort. Davon kann man so aber nicht sprechen.
Netzwelt: Wenn nun aber jemand im Internet speziell von Instant-Messaging oder Chat-Kommunikation fasziniert ist und sehr viel Zeit damit vor dem Bildschirm verbringt?
Petzold: Man kann nur dann von Sucht sprechen, wenn eine Abhängigkeit vergleichbar mit klassischen Abhängigkeiten wie etwa der viel erforschten Glückspielsucht vorliegt. Das lässt sich anhand von fünf Kriterien erfassen, die die Kollegen Hahn und Jerusalem von der Humboldt-Universität erarbeitet haben. (Dazu zählen exzessive Nutzung des Mediums Internet über einen längeren Zeitraum, Kontrollverlust und Nutzlosigkeit von Unterbrechungsversuchen, Erhöhung der Tagesdosis um das angestrebte Hochgefühl zu erreichen, Entzugserscheinungen wie Nervosität oder Agressivität und letztendlich negative soziale Auswirkungen, Anm. d. R.)
Netzwelt: Gibt es denn eine Gruppe, die besonders betroffen ist?
Petzold: Da muss man wieder vorsichtig sein. Es gibt erst wenige Studien, die das Thema genau erforscht haben. Die Aussage, dass zum Beispiel Jugendliche eine besonders betroffene Gruppe sind, ist zu wenig belegt. Es gibt ebenfalls viele Erwachsene, die als onlinesüchtig eingeschätzt werden.
Netzwelt: Sind sich denn die Betroffenen ihrer Sucht bewusst? Sehen sie überhaupt ein Problem darin?
Petzold: Suchtabhängige verlieren die Kontrolle, sie sind sich dessen nicht bewusst. Sie leiden darunter und nehmen das auch wahr, sind aber nicht in der Lage, kontrolliert anders zu Handeln.
Netzwelt: Um noch einmal speziell auf Chat oder Internet-Kommunikation im Allgemeinen zurückzukommen: Kann man eine Aussage darüber treffen, was denn Betroffene daran hindert, in Kneipe, Disco oder anderswohin zu gehen, um Leute kennen zu lernen? Warum nutzen sie das Internet?
Petzold: Es ist keineswegs so, dass Chatsüchtige nicht auch in Kneipen oder anderswo anzutreffen sind. Leute, die eher extrovertiert und stärker an Kommunikation mit anderen orientiert sind, sind auch eher dazu geneigt, in die Kneipe zu gehen. Oder sich im Café, aber eben auch im Internet mit anderen Leuten zu treffen. Welche persönlichen Vorlieben nun dafür sprechen, dass sich jemand das ein oder andere Medium sucht, ist nicht so einfach zu sagen. (Weiter auf Seite 2)
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Ich bin auch in Foren unterwegs und habe auch ein Messi der regelmäßig benutzt wird,bin aber nicht süchtig da ich durchaus auch ohne kann:winker:
Ich finde den Begriff "Sucht" auch etwas -naja- unpassend.
Es gibt sicher Einzelfälle, die nicht mehr ohne Netz leben wollen (von "können" möchte ich da gar nicht reden!).
Aber nur weil man am Tag vielleicht 2-4 (oder sogar 6) Stunden in Chats oder einer Onlinewelt zubringt ist das in meinen Augen eher ein etwas anderes Hobby als eine Sucht.
Ich verbringe jeden Tag 1-2 Stunden joggender Weise im Wald oder auf dem Feld und wenn ich das ein paar Tage wegen Krankheit oder so nicht machen kann, dann fehlt mir aber echt was (ich werde nervös usw)! Da redet aber keiner von einer Sucht, sondern man wird sogar noch gelobt.
Ich weiß auch von Modelleisenbahnbastlern, die mehr Zeit mit dem Thema verbringen, als so mancher "Killerspieljunkie". Ist der Bastelsüchtig?
Es gibt noch so viele weitere Beispiele, die das Thema ein wenig relativieren, aber ich denke ich habe genug aufgezählt um zu zeigen, daß das auch wieder so ein Medienthema ist, welches man einfach nach /dev/null schicken kann.
Grüße Grunzer
Ich würde es auch nicht als Sucht bezeichnen, was wir hier machen, eher als Hobby. Mache es auch nur auf Arbeit so zwischendorch. Zu Hause gehe ich kaum an den PC - also nicht suchtgefährdet.:confused:
Chat und Foren können schon zur Sucht werden aber nur dann wenn man das reale völlig vergisst. Ich bin mal mehr oder weniger in Foren oder Chatte,kommt auch darauf an wieviel Lust ich dazu habe, Es gibt auch tage da mache ich den Pc garnicht an. Die Spielhalle hier führt zur Sucht ,deshalb mache ich eine Weile Pause
Sucht ist es dann, wenn das reale Leben darunter leidet und wenn aus Spaß ein Zwang wird. Also nicht mehr chatten, weil es Spaß macht und es mir dabei gut geht, sondern weil ich muss, nicht mehr anders kann. Wer süchtig ist, verliert die Kontrolle über das eigene Handeln.
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