TMC pro
Ratgeber: Was bringt der Staumelder für Fortgeschrittene?
Mobile Computing
Seinen vollen Nutzen bietet ein Navigationssystem erst, wenn es auch "dynamisch" navigiert. Im Klartext heißt das: wenn es seine Routenempfehlungen an aktuelle Verkehrsmeldungen anpassen und seinen Besitzer somit um Staus herum leiten kann. Die gängige Methode, um die Routenführungs-Software übers aktuelle Verkehrsgeschehen auf dem Laufenden zu halten, nennt sich "TMC".
Das Kürzel steht für "Traffic Message Channel" und bezeichnet einen digitalen Zusatzkanal zum UKW-Verkehrsfunk, in dem die Radiosender ihre aktuellen Meldungen in computerlesbarer Form ausstrahlen. Die Navi-Software interpretiert die empfangenen Datenpakete, gleicht die gemeldeten Verkehrsstörungen mit ihrem digitalen Kartenmaterial ab und empfiehlt dem Fahrer bei Bedarf eine Ausweichroute. Soweit die Theorie.
Inhalt
Mit Sensoren und Statistik gegen den Stau
Höherwertige Verkehrsinfos kosten Geld
Lohnt sich das?
Unwägbarkeiten bis zur Ausstrahlung
Wie gut das alles in der Praxis funktioniert, hängt davon ab, wie aktuell die per TMC ausgestrahlten Meldungen sind. Vielfahrer berichten von deutlichen regionalen Qualitätsunterschieden bei den Verkehrsinfos. Insgesamt sind die Erfahrungswerte jedoch recht ernüchternd. Wenn zwischen dem Eintritt einer Verkehrsstörung (etwa einem Unfall) und deren Meldung rund eine Stunde vergeht, gilt dies unter Fachleuten schon als hervorragender Wert. Klar - Polizisten und Rettungskräfte vor Ort haben zunächst eine Menge anderes zu tun, als die Störung an ihre Leitzentrale zu melden.
Hat einer der Beteiligten hierzu dann doch Zeit gefunden, muss die Meldung aufbereitet und an die Radio-Redaktionen weitergeleitet werden. Dort folgen abermalige Bearbeitung und Überprüfung, schließlich die technische Aufbereitung und zu guter Letzt die Daten-Ausstrahlung. Problematisch: Genauso lang oder oft noch länger dauert es auch, bis eine einmal gemeldete Verkehrsstörung im TMC-System wieder aufgehoben wird. So weichen Tausende von Navi-Geräten regelmäßig Phantom-Staus aus, die sich schon längst wieder aufgelöst haben. Sieht der Fahrer dann auf der langsamen Umleitungs-Route die freie Autobahn, verliert er dauerhaft Glauben ans und Vertrauen ins TMC-System.
Mit Sensoren und Statistik gegen den Stau
Wie lässt sich diese Situation verbessern? Über diese Frage hat sich die Telekom-Tochter T-Systems viele Gedanken gemacht. An der konventionellen Meldungskette lässt sich nicht viel optimieren. Also setzt der Anbieter auf andere Datenquellen und andere Verfahren. Zu den Datenquellen zählen zum Beispiel Induktionsschleifen und Stau-Sensoren, die zumindest auf Autobahnen installiert sind. Doch über die reine Beobachtung des Verkehrflusses hinaus dienen diese Sensoren auch zur Messung von Verkehrsvolumen.

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Stau-Sensor auf der Autobahn (Klick vergrößert)![]()
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