EMI-Songs ohne DRM im iTunes Store
Beschlossene Sache: Erstes Major-Label verzichtet auf DRM
Music Markt
Wie das Musik-Label EMI vor wenigen Minuten in einer Pressekonferenz offiziell bekannt gegeben hat, will die Plattenfirma zukünftig auf DRM (Digital Rights Management)-Systeme bei Download-Musik verzichten. Songs von Künstlern wie Robbie Williams, Lenny Kravitz, Wir sind Helden oder The Chemical Brothers sollen zukünftig als MP3- bzw. AAC- oder WMA-Datei ohne Kopierschutz oder sonstige Beschränkungen in Download-Shops angeboten werden. Das erste Musik-Portal, das ungeschützte EMI-Songs anbieten darf, wird der iTunes Store von Apple sein.
Bereits seit einigen Jahren wehren sich die vier Major-Labels, EMI, Warner Music, Sony BMG und Universal vehement gegen die Abschaffung von DRM-Systemen bei Download-Musik. Zu groß erschien den Plattenfirmen bisher die Gefahr, dass die in kommerziellen Download-Shops gekaufte Musik unkontrolliert in Tauschbörsen wie BitTorrent oder eDonkey2000 verteilt wird. Um so mutiger die Entscheidung EMIs jetzt auf den bei vielen Nutzern so verhassten Kopierschutz zu verzichten.
Die Gründe für diesen neuen Schritt des Major-Labels dürften zum Teil an den über die letzten Jahre immer lauter werdenden Verbraucherstimmen gegen DRM liegen. Zum Teil könnte auch die von Apple-Chef Steve Jobs vor einigen Wochen neu angefachte Diskussion zum Thema Kopierschutz Grund für den DRM-Verzicht EMIs sein. Den Hauptgrund für die Entscheidung des Plattenlabels dürfte jedoch in rein wirtschaftlichen Interessen liegen: Offensichtlich gehen den Plattenbossen bei EMI zu wenige Download-Songs über die virtuelle Ladentheke.
Dass viele Nutzer mit der DRM-Behaftung von Songs im iTunes Store sowie bei Musicload, AOL und Co. unzufrieden sind und die ständigen Kompatibilitätsprobleme verschiedener Dateiformate, DRM-Systeme und Hardwareplayern praktisch pausenlos zahlreiche Online-Foren zum Bersten bringen, ist auch den EMI-Managern nicht entgangen. Die logische Schlussfolgerung um den ständigen Ärger mit den Kopierschutzmechanismen: Die Kunden werden immer unzufriedener, kaufen weniger Download-Musik und greifen schneller zu den rechtlich bedenklichen, aber nutzerfreundlichen Tauschbörsen. Schließlich ist die kostenlose "Konkurrenz" oft nur einen Mausklick entfernt.
EMI Vorreiter für gesamten Online-Musikmarkt?
Die Anti-DRM-Entscheidung EMIs wird unterdessen nicht nur das Label selbst beziehungsweise Apples iTunes Store, sondern nach und nach den gesamten Markt für Download-Musik beeinflussen. Was bei vielen Independent-Plattenfirmen bereits ein alter Hut ist, wird neben EMI auch bei den anderen Major-Labels aller Wahrscheinlichkeit nach gängige Praxis werden: Musik-Downloads werden als ungeschützte, einhundert Prozent kompatible AAC-Dateien verkauft. Auch wird das nutzerfreundliche Angebot nicht nur auf den iTunes Store begrenzt sein. Andere Download-Anbieter werden mitziehen und ebenfalls auf DRM verzichten (müssen).
Ob EMIs Entscheidung tatsächlich eine langfristige Zukunft hat, werden letztendlich jedoch die Nutzer entscheiden. Wird das Angebot angenommen und die Verkäufe von Online-Musik steigen tatsächlich an, ziehen die anderen Major-Labels um so schneller nach. Auch die beliebte Filesharer-Ausrede "Solange die Plattenfirmen nur DRM-Songs verkaufen, sauge ich mir meine Musik per P2P" dürfte bald nicht mehr gelten. Nach über fünf Jahren DRM-behafteter Download-Musik liegt es bald also nicht mehr in der Hand der oft gescholtenen Plattenfirmen, einen Schritt in Richtung nutzerfreundlichen und legalen Musikkonsum aus dem Internet zu machen.
Stattdessen muss die Netzgemeinde zukünftig guten Willen zeigen und statt der bequemen und kostenlosen Downloads aus den Tauschbörsen das neue Angebot EMIs (und wahrscheinlich auch der anderen Major-Labels) nutzen. Sonst könnte im Prinzip auch alles so bleiben wie bisher und Webshops wie der iTunes Store könnten auch weiterhin Songs mit DRM verkaufen.
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Das wird auch Zeit. Schade, das man dafür extra wieder mehr Geld blechen muss...
Zitat:
Und wenn die Major-Labels nun noch gute Musik produzieren würden, könnte ich mich fast wieder mit ihnen anfreunden... :brille:
Zitat:
:daumen:
Ja wenn ...
Musik ist doch ein Sache des Geschmacks. :rolleyes:
Wie schön, dass die Labels langsam die Augen öffnen. Jetzt noch bitte den Preis auf unter 50 Cent bringen und ich würde diese Musikangebote ja tatsächlich nutzen. :eek:
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