Die zehn schlechtesten PCs aller Zeiten
Der Gadget-Globus: Computer, die die Welt nicht braucht
Komplettsysteme
Die britische Online-Ausgabe der PCWorld hat kürzlich eine Top-Ten der ganz besonderen Art herausgegeben: Die Redakteure kürten feierlich die zehn schlechtesten PCs aller Zeiten. Angefangen bei überteuerten Dell PCs, über den schlecht ausgerüsteten Commodore VIC 20 sowie den "Backofen"-PC Apple III bis hin zum Barbie-Computer von Mattel ist alles dabei, was sich die Computer-Industrie in den letzten gut 25 Jahren an fatalen Fehlgriffen geleistet hat.
Die Top-Ten-Liste beginnt relativ unspektakulär mit dem Dell Dimenson 4600 aus dem Jahr 2003. Das Problem des massenhaft verkauften Rechners: Kurz nach Ablauf der Standard-Garantie-Zeit fingen viele Netzteile an zu streiken. Zudem leistete sich der Dell-Support den Fehler, das Mainboard dafür verantwortlich zu machen, was den PCWorld-Redakteuren Platz zehn wert war. Auch nicht schlecht: Der "New Internet Computer" von 2000. Für knapp 200 Dollar konnte der "für das Internet spezialisierte" Rechner damals gekauft werden. Inklusive Monitor, Tastatur und allem, was zu einem Rechner gehört, hörte sich das Angebot damals recht interessant an. Leider fehlte dem Rechner sowohl eine Festplatte - das Linux-Betriebssystem musste jedesmal von CD gestartet werden und die Installation von Programmen war gar nicht möglich - als auch ein Breitbandanschluss.

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Ohne Festplatte und nur mit Modem: New Internet Computer
(Foto: PCWorld)
Platz acht und sieben belegen der eTower 366c von eMachines sowie der Commodore VIC 20. Letzterer aus dem Jahr 1981 hinkte technisch seiner Zeit weit hinterher und bot seinem Besitzer mit 3,5 Kilobyte sogar für damalige Verhältnisse einen gnadenlos winzigen Arbeitsspeicher. Programmierer freuten sich zudem über die lediglich 22 Zeichen Text, die der Commodore in einer Zeile darstellen konnte. Auch der Texas Instuments TI-99/4 schaffte es in die "Bestenliste" der PCWorld: 1979 auf den Markt geworfen, musste ein spezieller Monitor an den Rechner angeschlossen werden - und das in einer Zeit, in der die meisten Personal Computer einfach an einen Fernseher angeschlossen werden konnten. Die Höhe: Das mitgelieferte "Display" war nichts anderes als ein gewöhnlicher Fernseher mit einem speziellen Anschluss.
Apple III: Platinen schmolzen im Backofen-PC
Während auf Platz fünf der eher unauffällige IBM PS/1 gelandet ist, wartet auf dem vierten Platz ein Kracher aus dem Hause Apple. Bereits 1980 designvernarrt, beschloss Steve Jobs den Rechner ohne Lüfter, dafür mit einem speziellen Aluminium-Gehäuse, welches die Hitze aus dem Gehäuse nach außen transportieren sollte, auf den Markt zu bringen. Das Ende vom Lied: Die entstandene Hitze in dem viel zu kleinen Gehäuse wurde nicht richtig abgeführt und ließ die Platinen in dem PC Wellen schlagen sowie die darauf aufgelöteten Chips abspringen. 14.000 Apples mussten damals ausgetauscht werden und der Apple III endete in einem Desaster für die heute so erfolgreiche Firma.

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Platinen schmolzen, Chips sprangen aus der Halterung: Apple III
(Foto: oldcomputers.net)
Die Plätze drei und zwei werden von misslungenen PC-Experimenten der Spielzeughersteller Coleco und Mattel belegt. Während der Puppenhersteller Coleco bereits Anfang der Achtzigerjahre vergeblich versuchte, einen erfolgreichen Rechner zu bauen, landete der Barbie-PC von Mattel erst 1999 auf dem Markt. Übersäht mit rosa Blüten und einem Barbie-Konterfei auf dem Desktop wurde der Bau des völlig überteurten PCs bereits ein Jahr später wieder eingestellt, da der Hersteller Patriot Computer pleite ging.

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Barbie-PC: Nach einem Jahr war der Hersteller pleite
(Foto: PCWorld)
Platz eins der Top-Ten der schlechtesten Computer aller Zeiten teilen sich eine ganze Reihe von PCs: Gleich alle Rechner der Marke Packard Bell, die zwischen 1986 und 1996 gebaut wurden, wählten die PCWorld-Redakteure auf den ersten Platz des Rankings - wenn das mal keine Ehre ist. Zu teuer, zu schlecht ausgestattet, zu schlechter Service - Packard Bells Rechner waren einfach unschlagbar schlecht. Seit 1996 arbeitet Packard Bell in seiner Computer-Sparte jedoch mit NEC zusammen, was die Situation der Marke etwas besserte. Vielleicht hat das Unternehmen ja gute Chancen beim nächsten Ranking der PCWorld nicht mehr mit dabei zu sein - stören würde dies Packard Bell sicher nicht.
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