Kostenloses Betriebssystem
PC-BSD: Unix als Windows-Alternative?
Sascha Hottes
Es gibt nicht viele Konkurrenzprodukte zu Windows. Apple bietet mit seinem MacOS die meist verbreitete Alternative, danach kommt mit großem Abstand Linux und von Unix haben die meisten Windows-Nutzer nicht einmal etwas gehört. Doch ein Unix-Derivat macht durch einfache Handhabung und eine umfangreiche Programmauswahl auf sich aufmerksam: PC-BSD.
- Warum alternativ?
- Wo kommt PC-BSD her?
- Die Installation
- Der erste Eindruck
- Performance und Sicherheit
- Multimedia
- Neue Programme installieren
- Für wen ist PC-BSD?
- Fazit
Warum sollte man sich nicht beugen und einfach weiter Microsoft-Produkte verwenden, daran gibt es doch nichts auszusetzen? Netzwelt träumt vom kostenlosen Komplettsystem für alle Zwecke: Büro, Internet und Gaming. Um es vorweg zu nehmen: Spielen ist auch mit PC-BSD nur bedingt möglich. Grund ist der schlechte Support für Nicht-Windows-Systeme. Alles andere lässt sich jedoch tadellos erledigen und das ohne einen Cent ausgeben zu müssen.
In der netzwelt-Redaktion wird schon seit einigen Jahren verstärkt mit Open Source-Produkten gearbeitet. Die einzige Lizenz, die erworben werden muss, ist die für Windows. So langsam wird es Zeit, dass auch diese Hürde genommen wird. Keine Angst: In einem früheren Versuch hat netzwelt einen Idiotentest mit der Linux-Distribution Ubuntu unternommen und dabei festgestellt, dass es auch für einen Laien kein Problem darstellt, Linux auf einem Rechner zu installieren.
PC-BSD ist eine Weiterentwicklung der freien Unix-Version FreeBSD. Version 1.0 steht bereits seit Mitte 2006 zum Download bereit, seit dem ersten Januar ist Version 1.3 aktuell. Unix und Linux sind sich technisch sehr ähnlich, Linux hat sich eines Tages von seinem Ursprung abgespalten und sich selbständig gemacht. Das Dateisystem beider Systeme ist etwas anders aufgebaut als das von Windows. Im normalen Betrieb kommt man damit nicht zwingend in Berührung.
Zunächst muss die Installations-CD heruntergeladen werden. Auf der Webseite des Projekts befinden sich die entsprechenden Links. Für die Installation wird nur die erste CD benötigt, für eine deutsche Sprachversion kommt noch die Multi-Language-CD hinzu. Die CDs kommen als ISO-Datei auf die Festplatte und müssen mit einem Brennprogramm auf Rohlinge geschrieben werden. Danach reicht ein Neustart mit eingelegter CD und die Installation beginnt von selbst.
PC-BSD
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Wer schon einmal Windows installiert hat, für den stellt die Installation von PC-BSD kein Problem dar. Die wichtigsten Einstellungen sind entweder vordefiniert oder können zunächst übersprungen werden. Der grafische Installations-Assistent ist mit etwas mehr als zehn Klicks überwunden, danach werden die Systemdaten kopiert und nach einem Neustart ist das System bereit für den ersten Test. Insgesamt dauert die Prozedur weniger als eine halbe Stunde.
Seine Herkunft möchte PC-BSD nicht verschweigen. Der KDE-Desktop kommt auch bei einigen Unix- und Linux-Distributionen zum Einsatz und hat sich dort bewährt. Das Design erfreut durch nette Icons. Im Gegensatz zum biederen Linux-Klischee wirken die Grafiken des neuen Desktops frisch und originell. Die Rahmen der Fenster erinnern an die Aero-Optik von Vista.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Software, Betriebssystem, Linux, BSD
-
Mandriva Linux und openSUSE in neuen Versionen freigegeben
Linux mit 3D-Desktop und KDE 4.0-Preview -
Das beste Linux? Ubuntu 8.04 LTS als Download
Drei Jahre Support -
Wine 1.0: Photoshop und Office unter Linux
Windows-API für Linux steht zum Download bereit
Links zum Artikel
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Also ich arbeite schon seit einem halben Jahr schon mit Linux und kann eigentlich schon eine ganze Menge. Paar Schwierigkeiten gibt es noch, aber im März mache ich einen Kursus in der VHS und dann werden wohl hoffentlich viele Unklarheiten geklärt.
Bisher bin ich aber schon begeistert, denn ich gehe nur damit ins Internet und hatte noch nie Schwierigkeiten. Keine weiteren Fenster öffnen sich beim Maillesen, es säuft sehr stabil, denn noch nie ist das Systhem hängengeblieben. Keine Vieren. Nur ein wenig langsamer als unter Windoof. Aber man merkt den Unterschied schon nach einer kurzen Weile nicht mehr.
Zitat:
Die 256 MB sind knapp für ein Desktopsystem, das gebe ich gerne zu, aber was auf einem 2 GHz Rechner nicht läuft, hat den Begriff "Betriebssystem" nicht verdient! (das meine ich nicht in Bezug auf BSD!! sondern allgemein im Winter 2006/2007)
Werden jetzt solche Rechner wirklich schon als alt bezeichnet?? Dann sind meine Kisten ja mittlerweile uralt. :kruecken:
Grüße aus der Steinzeit
Grunzer
Auch wenn schon ein wenig spät:
Was mich an dem Beitrag stört ist, dass der Autor hier Unix und MacOS(X) getrennt verwendet. Apples OS (X) ist ein vollwertiges Unixbetriebssystem, erkennt man unter andrem an dem OpenSource-"Abspalter" (wenn man das so sagen darf) Darwin - die Grundlage von MacOS war ja immerhin ein BSD... soviel dazu.
lg
marsteini
PC BSD als Desktop System ist mir ein wenig zu verkrampft. Zwar profitiert auch BSD inzwischen von der Aufmerksamkeit, die FOSS erfährt, aber im Grossen ist der Vorteil (und die Schönheit) von BSD vor Allem im Server Betrieb gegeben. Während mein debian GNU/Linux knapp 50 Prozesse öffnet, noch bevor ich auch nur das erste Login und die erste Datenbankabfrage tätige, ist BSD da sehr viel ökonomischer und kommt mit 10 Przessen aus.
Für mich persönlich ist somit GNU/Linux das ideale Desktop System, BSD hingegen der ideale Server Unterbau. Ich sehe keinen Vorteil darin, BSD auf Notebooks zu installieren - auch weil die Anpassung der Gnome Oberfläche bei PC-BSD eher knochig und unzulänglich vonstatten geht (wer will schon KDE?)
Stefan
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben









