Software gegen überarbeitete Finger und Sehnen
Freeware der Woche: Workrave stoppt den Schmerz
Janko Röttgers
Sehnenscheidenentzündungen und schmerzende Finger gehören für viele Computer-Nutzer zum Alltag. Regelmäßige Pausen und simple Übungen können dabei helfen, das Schlimmste zu vermeiden. Die Workrave-Software sorgt dafür, derart gute Ratschläge auch tatsächlich umzusetzen.
Ganz gleich, ob Büro-Arbeiter, Online-Zocker oder Dauerchatter: Früher oder später spürt jeder Computer-Nutzer die Nebenwirkungen stundenlanger Bildschirmarbeit. Rückenschmerzen und müde Augen sind für die wenigsten Nutzer eine große Überraschung.
Doch wenn plötzlich die Finger taub anfühlen, das Gelenk versteift und der Unterarm schmerzt, fragt sich manch einer: Was ist denn das?
Die Antwort lautet in den meisten Fällen: Repetitive Strain Injury, kurz RSI. Mediziner verstehen darunter eine Reihe von Symptomen, die durch die chronische Überbeanspruchung von Schulter, Arm und Hand entstehen.
Zeit für die Mini-Pause
Schuld daran sind nicht selten schlecht eingerichtete Arbeitsplätze und ungeeignete Eingabequellen. Wer schmerzfrei spielen und arbeiten will, kann hunderte von Euro in ergonomische Stühle, Tastaturen und dergleichen mehr investieren.
Oder man fängt einfach mit kleinen Schritten an - und zwar möglichst, bevor der Schmerz chronisch wird. Zum Beispiel mit Workrave. Das für Windows und Linux kostenlos erhältliche Programm überwacht die eigene Arbeitszeit im Hintergrund.
Alle drei Minuten empfiehlt es automatisch eine 30 Sekunden lange Mini-Pause. Jede halbe Stunde lädt Workrave zur Fünf-Minuten-Unterbrechung ein. Und nach vier Stunden erklärt das Programm, dass es jetzt Zeit für den Feierabend ist.
Pausen individuell einstellbar
Die Pausen und Mini-Pausen lassen sich verschieben, wenn man gerade mitten in der Arbeit steckt. Doch wer den ganzen Tag durcharbeitet, bekommt dafür später die Quittung präsentiert: Workrave führt minutiös Buch und sorgt später mit einer detaillierten Statistik für schlechtes Gewissen.
Workrave erlaubt zudem, die Frequenz der Pausen und Mini-Pausen individuell einzustellen. Der Entwickler der Software empfiehlt dazu: "Es ist sehr schwer, dafür feste Richtlinien zu geben. Mein Tipp ist, einfach ein bisschen damit herumzuspielen und zu gucken, was für einen selbst funktioniert.“
Nackentraining inbegriffen
Keine Angst: Langeweile muss in all den Pausen nicht aufkommen. Workrave empfiehlt eine ganze Reihe von Übungen, die beim Entspannen und Stärken der eigenen Sehnen und Gelenke helfen. Neben RSI-spezifischen Übungen gibt Workrave auch Trainings-Tipps für Nackenmuskeln, Augen, Rücken und Schultern.
Akute Entzündungen und starke chronische Schmerzen lassen sich mit Workrave natürlich nicht heilen. Doch wer das Schlimmste vermeiden will, findet darin eine willkommene Hilfe.
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