Die neue Form der Informationsaufbereitung
Mashup - was ist das?
Patrick Woods
Viele werden diesen Begriff zum ersten Mal hören. "Mashup" bedeutet im Englischen einfach "Vermischung". In letzter Zeit ist dieses Wort auch immer häufiger in Bezug auf Websites zu hören. Wir erklären, was damit gemeint ist.
Im Prinzip ist ein Mashup im Internet nichts weiter als die Einbindung eines externen dynamischen Elements in eine Webseite. Mag kompliziert klingen, ist aber ganz einfach zu verstehen. Die neue netzwelt setzt in vielen Punkten auch auf Mashups. Schauen wir uns diese Beispiele an. Das am häufigsten eingebundene Material sind momentan interaktive Karten. Auch auf netzwelt gibt es einen neuen Geoservice, genauer gesagt, eine Adresssuche:
Der netzwelt-Geoservice
Wie bei Mashups üblich, werden dabei externe Quellen abgefragt und die Ergebnisse eingeblendet - in diesem Fall Google Maps und ein Dienst, der uns die Geodaten zu Adressen zur Verfügung stellt. Dies geschieht über die Programmierschnittstellen, "APIs" genannt. Denn die Daten werden vom Anbieter für solche Mashups freigegeben. Die APIs geben vor, wie die Abfrage und Ausgabe der Daten funktioniert. Ganz einfache Beispiele für Mashups sind auch die Videos von YouTube oder manche Verkaufsanzeigen von Amazon, die man auch auf Drittseiten findet.
Wie es funktioniert
Man darf es sich allerdings nicht so leicht vorstellen, als ob nur eine Grafik eingebunden werden würde. Der große Unterschied zu herkömmlichen eingebundenen Inhalten ist die Dynamik der Dienste. Es werden keine feststehenden Medien verwendet, sondern dynamische Inhalte, die für den Nutzer vom Anbieter herausgesucht werden.
Denn die eigentliche Kunst hierbei ist es, die Daten in der Form wie gewünscht auszugeben und idealerweise noch mit anderen Daten zu mischen. Dafür braucht es solide Fähigkeiten in Scriptsprachen wie PHP oder JavaScript. Manche Mashups werden auch per RSS-Feed eingebunden. Ein gutes Beispiel für ein solches Mashup aus vielen Diensten ist die Übersicht für die "Kostenlose MP3 des Tages" auf netzwelt. Vielleicht haben Sie diese Funktion schon bemerkt. Dort sind verschiedene Inhalte unterschiedlicher Anbieter einheitlich eingebunden:
MP3 des Tages
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Netzwelt hat eine Datenbank mit kostenlos und legal angebotenen MP3s im Internet, so genannte Promodownloads. Auf Basis der Informationen Künstler und Song sucht das netzwelt-System beim Upcoming.org nach Tourdaten, bei YouTube nach Videos, bei Amazon nach einem passenden Album und die Käufer-Meinungen und bei akuma.de nach möglichen MP3-Alben zum Kaufen. Manchmal, wenn die Daten dafür vorliegen, zeigt das System dann auch den Standort des Events über Google Maps an. Ähnliche Künstler, die bereits bei uns im System sind und ebenfalls kostenlose MP3s anbieten, findet die Schnittstelle zu last.fm. So kombiniert netzwelt auf einer Seite Daten aus insgesamt sieben verschiedenen Diensten zu einem völlig neuen.
Technisch funktioniert die Übertragung der Daten in der Regel so, dass die Seite eine Anfrage an die Schnittstelle des Anbieters sendet. Diese Anfrage enthält beispielsweise des Suchbegriff "Kasabian" wie in unserem Beispiel. Die Suchergebnisse werden von der Schnittstelle wieder zurückgereicht und in die Seite eingebunden. Dabei ist meist festgelegt, wie viele Suchergebnisse eingebunden werden, beispielsweise maximal nur die ersten zehn Videos.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Internet, Web 2.0
-
Google Mashup Editor: Web 2.0 selbst gemacht
Neue Anwendungsumgebung des Suchmaschinenbetreibers -
Musik, Videos, iPod-Akkus: Mashups für Musikfans
Die besten Mashups für Musikfreunde -
Bastard-Pop: Über 200 Lieder zum kostenlosen Download
18 Mashup-Alben auf audiotuts.com
Links zum Artikel
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Mashup - was ist das?
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben









