"Your World. Your Imagination": Alles ist möglich
Second Life: Die ersten Schritte in einer anderen Welt
Gaming
Schon 800.000 Menschen haben ein virtuelles Leben bei "Second Life" begonnen. Auf einem virtuellen Planeten wird geflirtet, gefeiert und auch Geld verdient. Richtiges Geld, wohlgemerkt. Eine virtuelle Gemeinde aus Computersüchtigen oder ein Spiegel unserer Gesellschaft?
- Meine Geburt
- Den Körper neu erfinden
- Träume aus der Kindheit
- Gleiches Recht für alle
- LindenDollar
- Ein Markt für sich
- Erfolg als Immobilienmaklerin
- Wahre virtuelle Realität
- Web 3D: Die Zukunft oder nur Spielerei?
- Software-Client
- Basis- vs. Premium-Account
- Action rund um die Uhr
- Fazit
Die Geburt lief problemlos, nach einigem Rattern und Stöhnen der Festplatte war ich auf der Welt. Zum zweiten Mal. Bekleidet wie der große Linden mich schuf, mit Jeans und T-Shirt, so wie fast alle auf dieser Insel. Sie wird die Insel der Orientierung genannt und empfängt alle Neuankömmlinge. Es ist hübsch hier: Palmen, die Sonne, der blaue Himmel und das türkisfarbene Meer im Hintergrund. Klingt nett, doch irgendwie wirkt das Szenario auch unheimlich, es ist so still, niemand spricht ein Wort.
Von dem Ort, an dem ich erwacht bin, verfolgte ich einen gepflasterten Weg über die Insel. Am Wegesrand gab es immer wieder Infotafeln mit Informationen zur Bewegung und zum Spiel selbst. Nach kurzer Wanderung sah ich einen Papagei auf einer Stange, Grund genug, einmal draufzuklicken. Bei der linken Maustaste passiert nichts, doch nach dem Klicken der rechten erscheint ein Popup-Menü. Darin auch der Eintrag "Sit here". Gute Idee, dachte ich und klickte. Ich vermutete, mein Avatar würde sich neben den Papagei auf die Stange setzen, doch falsch gedacht:
Geht nicht, gibt's nicht. Auch auf Papageien kann man sitzen (Klick vergrößert).
Niemand beachtete mich, während ich auf dem armen Papagei saß. Alle waren mit ihren eigenen Körpern beschäftigt oder liefen einfach an mir vorbei. Nach einiger Zeit wurde es auch mir auf dem Vogel zu öde und ich folgte weiter dem Weg. Auf einem Platz sah ich eine Frau, sie trug einen Schleier, als wolle sie heiraten. Ich ging selbstbewusst auf sie zu und sprach sie an: "Nette Klamotten. Kannst Du mir sagen, wo ich auch welche bekomme?" "Danke. Ich kann dir welche besorgen wenn du magst", antwortete die stylishe Aya Anabuki.
Kurz darauf poppten mehrere kleine Fenster auf meinem Bildschirm auf und mein Inventar füllte sich mit unzähligen Jacken, Hosen, Shirts und anderen Accessoires. Freudig dankte ich der Gestalt und legte die Lederweste mit Drachenmotiv an, fühlte mich gleich ein Stück geborgener. Auch ein paar kostenlose Animationen fand ich nun in meinem Inventar. Schon tanzte ich mit Aya und die erste Bekanntschaft war gemacht.
Second Life
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Das spiel ist nicht gut find ich sehr sch"e
Seltsam, dass es nicht längst ein solches, allumfassendes "Metaversum" (siehe Snow Crash von Neal Stephenson) gibt. Solange eine Firma allein darüber verfügen kann, wird das wohl nichts mit der virtuellen Welteroberung.
Second Life ist doch kein Spiel. Das ist ein Chatraum mit virtuellen 3D-Figuren.
Ich hab's vor einiger Zeit installiert, meine 512MB RAM waren scheinbar zu wenig, es war nervig, herumzulaufen und zuzuschauen wie sich die Texturen aufbauen, in leere Gebäude einzudringen und sich "Hello, can I help you?"'s anzuhören... 2 Stunden später hab ich's deinstalliert.
Ein paar Tage später bekomme ich ein eMail. Eine Frau habe mir scheinbar einen Gegenstand gegeben, ob ich es denn akzeptieren möchte oder nicht. Wayne interessiert's, ich hab besseres zu tun im echten Leben.
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