PC-Games als Luxusartikel
Kolumne: Teurer Spaß Computerspiel
Benjamin Schnitzler
Ein alltäglicher Fall: Nichtsahnend stolpert der fürsorgliche Familienvater in den nächsten Computerladen, um seinem Sohnemann etwas Gutes zu tun und ihm zum Geburtstag endlich den langersehnten Spiele-PC zu schenken. Noch wird er vom Verkäufer ernst genommen, doch diese Sorte Mensch entscheidet in Sekundenbruchteilen, ob sie ihr Gegenüber für einigermaßen kompetent oder vollkommen unfähig hält. Ohne es zu merken, begeht der Vater einen verhängnisvollen Fehler.
"Ich hätte gerne einen PC für meinen Sohn. Muss auch nicht unbedingt teuer oder besonders schnell sein, weil er damit sowieso nur spielen möchte." Autsch. Der vorher freundliche Verkäufer vergisst für einen Moment seine gute Kinderstube und lässt seine Kinnlade ungehemmt gen Boden sausen. Dazu macht er ein Gesicht, als hätte ihm gerade jemand gestanden, er sei von einem fremden Planeten und mit der Invasion der Erde schon längst überfällig. Die unausweichlichen Demütigungen des wohlmeinenden Elternteils wollen wir uns an dieser Stelle lieber ersparen. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

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Wer schön sein will, muss blechen.
Kostspielig
Vor 20 Jahren, damals war der für heutige Verhältnisse vorsintflutliche Commodore 64 aktuell, konnten die meisten der Versuchung des Computer-Zockens aufgrund der geringen Spieltiefe und groben Grafik noch relativ leicht widerstehen. Inzwischen sehen manche PC-Spiele allerdings schon so gut aus, dass immer mehr Menschen sie als ernstzunehmende Flucht vor der teilweise recht komplizierten Realität verwenden. Manche gehen sogar soweit, in so genannten "Massive Multiplayer Online Roleplaying Games" wie "World of Warcraft" oder "Dark Age of Camelot", kurz MMORPGS, ihre eigene Hochzeit zu zelebrieren.
Wie bei allen anderen Dingen, die sich massenhafter Beliebtheit erfreuen, lassen findige Geschäftsleute mit dem latenten Drang, sich die Taschen mit möglichst viel Bargeld zu füllen, nicht lange auf sich warten. Das Gaming-Business boomt wie nie zuvor und sorgt für Umsätze in Milliarden-Höhe, die natürlich auch irgendwo herkommen müssen. Zum Beispiel von denen, die sich von wunderschönen Bildschirmfotos verführen lassen und sie in entsprechender Qualität auch auf dem heimischen Monitor erleben möchten.

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Installieren, frustrieren, konsumieren
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Mein erster Kontakt mit einem PC kam sicherlich auch nur durch ein Spiel zustande. Damals (vor ca. 10 Jahren) war es doch im Prinzip ähnlich. Ein neues Spiel gekauft, neue Hardware musste her. Ich denke, die Geldausgaben sind für den begeisterten Spiele Freak auch nicht das Problem :-)
Was ich aber herausstellen möchte ist, dass gerade darin die Motivation steckte, sich mit der Materie Computer-Technik auseinanderzusetzen. So lange zu basteln, bis das Spiel endlich lief. Diesem Zusammenhang verdanke ich den Eintritt in Welt der IT. Zum Spielen verwende ich den Rechner dabei kaum noch. Damit erübrigt sich auch der Zwang, mit der Technologie Schritt zu halten :-)
Tja, da mag was wahres dran sein, obwohl der Artikel leicht polemisch geschrieben ist: "Eine neue High-End-Grafikkarte von Nvidia oder Hauptkonkurrent Ati kostet so viel wie ein komplett ausgestatteter Büro-PC." Ich bitte Euch! Eine ATI X1900 XT kostet gut 200 €. Wo bekommt man denn einen Büro-PC für 200 €?
Und, klar ist PCs teuer. Aber wenn ich an meinen ersten PC denke, einen 386 DX/40 mit 4 MB RAM, 170 MB HDD, Spea Vega 512 KB und 14" Monitor, dann hat sich preislich kaum was getan. Der hat damals komplett bei Escom 2.500 DM (plus 24-Nadel-Drucker) gekostet. Für 1.250 € bekommt man heute nen ganz ordentliches Packet an PC-Technik. Also sooo schlimm ist's ja nun auch wieder nicht. Klar, Kiddies und Freaks, die immer das Neuste vom Neusten haben müssen, müssen nunmal ständig in die Tasche greifen. Aber mein alter AMD64 3,2+ mit ner X850 XT macht's heute immer noch ordentlich. Und als ich den vor Jahren gekauft habe, war das nicht Hightech, sondern das beste Preis-/Leistungsverhältnis.
Joa, ich denke Pixel hat Recht, preislich hat sich nicht viel getan, aber es gibt immer schneller immer bessere Hardware, das is das Problem, wenn ich daran denke, das ich vor ein paar Jahren noch mit nem PII 350 Mhz gespielt habe, und damit auch ohne nennenswerte Aufrüstungen eine zeitlang gut mit hingekommen bin, sieht das heute schon ganz anders aus. Man kann seinen PC kein Jahr behalten ohne krasse Grafikeinbußen bei den Spielen hinzunehmen, weil es immer neue Technologien gibt, vor einigen Jahren war Anti-Aliasing eine Revolution, mittlerweile kommen immer mehr grafische Finessen wie Bump Mapping, Anisotropischer Filter oder auch aufwendige Physikengines hinzukommen, welche allesamt einiges an PC-Power fressen.....
Zitat:
http://www.netzwelt.de/news/73805-cebitinterview-mit-nvidia-was-gut.html
Interessant finde ich die Frage, warum der PC immernoch beliebte Spieleplattform ist und bleibt. Konsolen sind in der Anschaffung ja günstiger und bieten eine garantie, dass die spiele laufen. Ist es der schnelle Preisverfall bei PC-Spielen? Ist es die Kopierbarkeit von Spielen? Ist es der Ego-Faktor ("auf MEINEM Rechner läufts flüssig")? Oder ist Bequemlichkeit der entscheidende Grund ("extra ne Konsole anschaffen - nä kein Bock")?
Zitat:
Ich glaube, zwei wichtige Gründe heißen: Ego-Shooter und Echtzeitstrategie. Wegen fehlender Maussteuerung sind diese sehr beliebten Genres auf Konsolen nicht oder wenig vertreten. Und Halo macht zwar auf der XBox Spaß, aber am PC mit der Maus schießt es sich einfach besser als mit dem kleinen Stick.
Moin,
sag mal in welchem Zeitalter lebst Du? Mag ja sein dass es ne 1900GT schon für unter 200 Euronen gibt, aber das ist doch schon lange keine "High-End-VGA" mehr, und aktuell schon gleich dreimalnich..
Aktuell und High End ist zum Bleistift die X1950XTX oder die NF7950GX2, für die Du schlappe 500 Euro hinlegst, und dafür bekommst Du allemal nen einfachen Bürorechner.
Sei dazu noch vermerkt, dass die X1900 als sie noch aktuell war auch um die 500,- gekostet hat. Die Differenz ist der natürliche Preisverfall der immer dann einsetzt wenn ein neues Modell auf den Markt kommt.
Und was heisst hier "alter PC", das was Du da Dein Eigen nennst ist im Gegensatz zu dem Ding was bei mir hier werkelt ein Ferrari. Ich hab einen "echt alten" PIII 600 mit einer kultigen ELSA Gladiac, und fürs surfen, sharen, Videos gucken, ab und an mal n Moorhuhn killen oder Briefe schreiben tuts der allemal.
Wow,wenn ich diese Posts so lese,vor allem von Vosper,dann komme ich mir ja fast blöd vor mit meiner 7600gt.Aber naja man müsste den Leuten nur mal klarmachen,dass es nicht immer das Maximum beim Pc sein muss.Das ganze muss auf die Bedüfnisse passen die der jeweilige User hat.Bei mir ist für das Spielen eben eine Konsole zuständig und zum arbeiten und dem Rest was man sonst noch machen muss der PC.Auf dem Pc sind Ego-Shooter sicher besser und es gibt auch mehr.Auch Strategiespiele sind echt lahm auf einer Konsole,aber was solls,kann man nichts machen.Ausser der Markt müsste sich ändern.Sodass eben nicht mehr die Hardwarehersteller den Ton angeben,sonderndie Spielehersteller,wie dass aber gehen soll ist mir schleierhaft.
so ist es: ich habe mir die x 1900 xtx toxic von sapphire zugelegt, dafür hätte ich locker einen office-pc bekommen. das sieht in einem halben jahr natürlich ganz anders aus.
was mich an der ganzen hardwareaufrüsterei stört ist eigentlich dieser unglaubliche preisverfall. ein heute neues system ist in 4 monaten für die hälfte zu bekommen und wenn man pech hat, auch noch "veraltet"!
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